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Politik

Pharmaindustrie will Alternative zu Rabattverträgen entwerfen

Dienstag, 2. Dezember 2014

Berlin – Die Pharmaindustrie will zusammen mit gesetzlichen Krankenkassen ein alterna­tives Konzept zu Rabattverträgen für Generika entwerfen. „Alle Beteiligten haben erkannt, dass die Zitrone ausgequetscht ist“, sagte der stellvertretende Vorstandsvor­sitzende von Pro Generika, Markus Leyck Dieken, heute während des von Pro Generika ausgerichteten „13. Berliner Dialogs am Mittag“.

Auch einige Kassenchefs seien mittlerweile der Meinung, das System sei „am Becherboden“ angekommen, und würden gerne etwas ändern. Doch das EU-Aus­schreibungsverfahren erlaube dies nicht. „Sieht man in andere Länder, erkennt man, dass dort neben dem Preis noch andere Parameter eine Rolle spielen: die Arbeits­bedingungen zum Beispiel, die Qualität der Produkte oder die Liefermög­lichkeiten“, sagte Leyck Dieken.  

Der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbands (DAV), Fritz Becker, berichtete von Lieferengpässen, mit denen Apotheken in den vergangenen Monaten konfrontiert worden seien: „Gestern habe ich versucht, das Antibiotikum Erythromycin über den Großhandel zu bekommen. Drei Großhändler konnten es nicht liefern.“ Das mache schon nachdenklich. „Ich habe mich dann mit dem Arzt in Verbindung gesetzt, und wir haben das Mittel ausgetauscht“, so Becker.

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Versorgungsengpässe dürfen am Standort Deutschland nicht vorkommen
Während es in vielen Ländern Lieferengpässe gebe, könne man in Deutschland die fehlenden Wirkstoffe noch austauschen. „Wir haben Variationsmöglichkeiten, sodass keine Versorgungsengpässe entstehen. Versorgungsengpässe dürfen am Standort Deutschland auch nicht vorkommen“, forderte der DAV-Vorsitzende.

„Früher sei es einerlei gewesen, wo die Arzneimittel hergestellt werden“, meinte Leyck Dieken. „Mittlerweile haben aber alle verstanden, dass es wichtig ist, dass wir in Deutschland produzieren.“ Denn dabei gehe es auch um die Sicherung der Unabhängigkeit des Landes.

„Wer glaubt, dass wir hier alles halten können, der irrt“, meinte hingegen Gabriele Katzmarek, Berichterstatterin der SPD für die Gesundheitswirtschaft. Früher seien auch Textilfasern in der chemischen Industrie in Deutschland hergestellt worden. Mittlerweile jedoch sei deren Produktion einmal um den Erdball gewandert.

„Wir dürfen keine Angst davor haben und sagen: ‚Hilfe, Asien nimmt uns alles weg‘“, meinte Katzmarek. „Ich glaube, wir müssen genau schauen, wo wir in Deutschland noch etwas weiterentwickeln können. Und ich bin der Auffassung, dass die pharmazeutische Industrie und die Medizintechnik in Deutschland auf einem guten Weg sind.“

© fos/aerzteblatt.de

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