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Deutsche Forschungs­gemeinschaft muss immer mehr Anträge ablehnen

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Berlin - Ob­wohl ­die Deutsche Forschungs­gemeinschaft (DFG) in den vergangenen Jahren stetige Mittelzuwächse bewilligt bekommen hat, kann sie nur noch rund 30 Prozent der Anträge positiv bescheiden. Grund dafür ist, dass immer mehr und immer teurere Anträge bei der DFG gestellt werden. Das hat DFG-Präsident Peter Stroh­­schneider heute vor dem Ausschuss für Bildung, Forschung und Technik­folgen­abschätzung im Berliner Paul-Löbe­Haus erklärt, wie der Parlaments­dienst „heute im bundestag“ berichtet.

„Die DFG kommt zunehmend in die Situation, für die Grund­finanzierung an Hoch­schulen einzuspringen“, machte Strohschneider das Dilemma deutlich. Eigentlich seien die DFG­Mittel aber nur als Drittmittel gedacht, die zusätzlich zu der Grund­finanzierung exzellente Forschung ermöglichen sollen.

Die DFG ist die Selbstverwaltungs­­organisation der Wissen­schaft in Deutschland und verfügt über 96 Mitglieder, wovon 69 Universitäten sind. Zu ihrer Kern­­aufgabe gehört es, die besten Forschungs­vorhaben von Wissenschaftlern aller Disziplinen an Hoch­schulen und Forschungs­­instituten auszusuchen und diese finanziell zu unter­stützen.

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Strohschneider warnte davor, dass die „Unterfinanzierung der Universitäten“ letztlich auch dazu führen könnte, dass die Freiheit von Forschung und Lehre in Deutsch­land de facto eingeschränkt werde. Strohschneider: „Die Ver­hältnis­­mäßigkeit ist dann nicht mehr gege­ben, wenn ein Wissen­schaftler nicht mehr fragt, was brauche ich für meine Forschung, sondern was forsche ich, um an Geld heran zu kommen.“

Der DFG-Präsident begrüßte deshalb noch einmal ausdrücklich die vom Bundestag kürzlich beschlossene Grund­gesetz­änderung des Paragraphen 91b, wonach es dem Bund möglich (wieder) werden soll, kontinuierlich und institutionell Hoch­schulen zu fördern. Dieser Grund­gesetz­änderung muss der Bundes­rat am 19. Dezember allerdings noch zustimmen.

Auch DFG-General­sekretärin Dorothee Dzwonnek ging auf das Problem der hohen Zahl von Anträgen ein. Sie schilderte, dass es mittlerweile in einigen Fällen Schwierig­keiten bereite, bei den aus finanziellen Gründen nötigen Ablehnungen, inhaltlich überzeugende Be­gründungen zu finden. Seit 2009 sei die Anzahl der Anträge jeweils jährlich um 3.000 gestiegen. Mittler­weile seien 14.000 Gutachter für die DFG tätig, die teilweise auch aus dem Ausland kämen. Insgesamt fördere die DFG derzeit rund 30.000 Projekte. © JF/aerzteblatt.de

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