NewsPolitikBundesbeauftragte fürchtet Datenschutzprobleme bei Versicherungs-App
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Bundesbeauftragte fürchtet Datenschutzprobleme bei Versicherungs-App

Mittwoch, 3. Dezember 2014

dpa

Berlin - Die Datenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff hat vor Smartphone-Apps gewarnt, mit denen Krankenkassen Gesundheitsdaten ihrer Versicherten sammeln wollen. Es wäre datenschutzrechtlich "sehr problematisch", wenn Versicherer über solche Apps Nachweise für den gesunden Lebensstil ihrer Kunden sammeln würden, sagte die Beauftragte der Bundesregierung für Datenschutz und Informationsfreiheit am Mittwoch in Berlin. "Auch wenn die mit Versicherungstarifen dieser Art angebotenen Vorteile gerade für momentan gesunde Menschen verlockend klingen, sollten die Versicherten sich der damit verbundenen Risiken bewusst sein."

Die Versicherungsgruppe Generali hatte kürzlich mitgeteilt, für Deutschland ein "verhaltensbasiertes Versicherungsmodell" zu planen, bei dem Daten zu Fitness, Ernährung und Lebensstil gesammelt werden und eine gesunde Lebensführung mit Gutscheinen oder Rabatten belohnt werden soll.

Anzeige

Die bei der Messung von Körperfunktionen oder Trainingseinheiten anfallenden Werte seien "sensible Gesundheitsdaten", durch welche der Versicherer in Kombination mit anderen Daten ein umfassendes Gesundheitsprofil seiner Kunden erstellen könne, warnte Voßhoff. Daraus wiederum ließen sich Prognosen über die gesundheitliche Entwicklung ableiten, anhand derer der Versicherer individuelle Angebote oder Risikozuschläge berechnen könne - und dies unabhängig davon, ob die Prognosen zuträfen oder nicht.

"Es liegt deshalb im Eigeninteresse der Versicherten, sorgfältig mit ihren wertvollen Gesundheitsdaten umzugehen und den kurzfristigen Vorteil, den die Datenoffenbarung vielleicht mit sich bringt, mit den langfristigen Gefahren bewusst abzuwägen", mahnte die Beauftragte.

Welche personenbezogenen Daten erhoben werden dürfen, sei für gesetzliche Krankenkassen im Sinne der Versicherten genauestens geregelt. Alle darüber hinaus gehenden Daten dürften die Versicherer im Regelfall auch bei einer Einwilligung der Betroffenen nicht erheben. Dennoch sei ein steigendes Interesse an Gesundheitsdaten ihrer Kunden auch bei gesetzlichen Krankenkassen zu beobachten, weshalb Voßhoff eine genau Prüfung künftiger Aktivitäten in diesem Zusammenhang ankündigte. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

21. Oktober 2019
Berlin – Führende Digital-Unternehmer im Gesundheitswesen wollen mit einem neugegründeten Verband besser ins Gespräch in der Gesundheitspolitik und vor allem mit Ärzteverbänden und Krankenkassen
Spahn dämpft Erwartungen der App-Unternehmer
21. Oktober 2019
Saarbrücken – Für rund 200 von 400 Vertragsärzten und Vertragspsychotherapeuten im Saarland, die bislang ihre Praxen nicht an die Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) angeschlossen haben, gibt es in diesem
Honorareinbußen auch für saarländische Praxen
18. Oktober 2019
Berlin – Krankenkassen müssen Arbeitgebern die Arbeits­unfähigkeits­bescheinigung (AU) eines Versicherten ab 2021 digital bereitstellen. Dennoch sollen Ärzte ihren Patienten weiterhin einen
KBV weiterhin gegen Papierausdruck bei AU-Bescheinigungen
18. Oktober 2019
Hannover – Rund 1,2 Millionen Euro hat die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) im 1. und 2. Quartal des laufenden Jahres von Verweigerern der Tele­ma­tik­infra­struk­tur (TI) einbehalten. Das
Honorare wurden TI-Verweigerern in Niedersachsen um 1,2 Millionen Euro gekürzt
17. Oktober 2019
Berlin – Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat vor den wachsenden Gefahren für die IT-Sicherheit in Deutschland gewarnt. Die Qualität der Cyberangriffe sei weiter gestiegen und die
Seehofer warnt vor wachsender Gefahr von Cyberangriffen
17. Oktober 2019
Berlin – Vor allem die digitalen Gesundheitsanwendungen und deren Implementierung in die Routineversorgung, aber auch die geplanten Regelungen zur Datentransparenz und damit verbundene Fragen zum
Digitale-Versorgung-Gesetz: Experten sehen noch Nachbesserungsbedarf
17. Oktober 2019
Berlin – In der vom Bun­des­for­schungs­minis­terium (BMBF) initiierten Medizininformatik-Initiative (MII) arbeiten die in vier großen Konsortien zusammengeschlossenen Standorte der Universitätsmedizin
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER