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Medizin

Studie sieht erhöhtes Arthroserisiko nach Meniskusoperation

Donnerstag, 4. Dezember 2014

dpa

Boston - Die Reparatur von Meniskusrissen, eine häufige sportmedizinische Operation, soll nicht nur die Schmerzen lindern, sondern auch die Gelenkfunktion verbessern und die Entwicklung einer Arthrose verhindern. In einer US-Studie, die auf der Jahrestagung der Radiological Society of North America (RSNA) in Chicago vorgestellt wurde, kam es jedoch häufiger zu radiologisch sichtbaren Gelenkschäden als bei Patienten, die nicht operiert wurden.

Der Augsburger Radiologe Frank Roemer, der derzeit in einer Klinik in Boston tätig ist, hat für die Untersuchung die Daten der Osteoarthritis Initiative ausgewertet, einer laufenden Beobachtungsstudie an 4.796 Patienten, die ein erhöhtes Risiko auf eine Arthrose haben. Bei 355 Patienten war es im Verlauf von fünf Jahren zu einer Kniegelenksarthrose gekommen. Darunter waren 31 Patienten, die wegen eines Meniskusrisses operiert worden waren, sowie 238 Patienten, die nicht operiert worden waren.

Alle 31 Patienten hatten bereits ein Jahr nach der Operation eine in den Kernspin­tomographien des Kniegelenks erkennbare Arthrose entwickelt. Bei den Patienten, deren Meniskusriss nicht operiert wurde, lag der Anteil nur bei 59 Prozent. Darüber hinaus waren bei 80,8 Prozent der operierten Patienten in der Kernspintomographie Knorpel­verluste sichtbar. Bei den Patienten mit Meniskusriss, die nicht operiert worden waren, betrug der Anteil nur 39,5 Prozent.

Ein Meniskusriss erhöhte nach einer Berechnung von Roemer zwar das Risiko von Knorpeldefekten. Die Gefahr wird durch eine Operation jedoch nicht gesenkt, sondern weiter gesteigert. Roemer riet deshalb, die Indikation zur Operation zurückhaltend zu stellen und vorher konservative Behandlungsoptionen auszuschöpfen. © rme/aerzteblatt.de

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