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Politik

OECD und EU-Kommission warnen vor Mehrkosten durch Übergewicht

Mittwoch, 3. Dezember 2014

dpa

Berlin - Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und die Europäische Kommission haben vor steigenden Gesundheitskosten durch zunehmendes Übergewicht gewarnt. Der Anteil der Übergewichtigen und Fettleibigen habe sich in den vergangenen Jahren in fast allen Mitgliedstaaten der EU erhöht, erklärten sie in ihrem gemeinsamen Bericht "Gesundheit auf einen Blick 2014", wie die OECD am Mittwoch in Berlin mitteilte.

"Der Bericht geht davon aus, dass Fettleibigkeit insgesamt zu einem Anstieg der chronischen Erkrankungen führt und dass dadurch längerfristig auch die Kosten der Gesundheitsversorgung steigen werden", erklärte die OECD. Fettleibigkeit erhöhe das Risiko, an Diabetes, Bluthochdruck und einigen Krebsarten zu erkranken.

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Nach den auch in dem Bericht zitierten offiziellen Erhebungen des Statistischen Bundesamts waren in Deutschland im vergangenen Jahr bereits 52 Prozent der Erwachsenen übergewichtig und 16 Prozent sogar stark übergewichtig beziehungsweise fettleibig. In der EU sieht es laut OECD insgesamt sehr ähnlich aus.

Grundlage für die Einstufungen sind die entsprechende Übergewichts-Definition der Welt­gesund­heits­organi­sation WHO, die auf dem sogenannten Body-Mass-Index (BMI) fußt. Der Bericht "Gesundheit auf einen Blick 2014" beleuchtet gesundheitliche und gesundheitspolitische Trends in den EU-Staaten und mehreren weiteren europäischen Ländern.

Fortschritte bescheinigte der Bericht Deutschland und anderen Staaten bei der Bekämpfung des Alkoholkonsums. Im Durchschnitt trinke jeder Bundesbürger im Alter von mehr als 15 Jahren jährlich elf Liter reinen Alkohol, erklärte die OECD. Das seien fünf Liter weniger als im Jahr 1980. Das sei allerdings immer noch mehr als der Durchschnitt der EU, der bei aktuell sieben Litern liege.

Sterblichkeitsrate nach Herzinfarkt gesunken
Die Sterblichkeitsrate nach Herzinfarkten fiel nach Einweisung in die Kliniken von 2000 bis 2011 um 40 Prozent, die bei Schlaganfällen um mehr als 20 Prozent. Niedrigere Sterblichkeitsraten seien auf bessere Notfallbetreuung sowie auf größeren Zugang von Kranken zu einer speziellen Betreuung bei Schlaganfällen in einigen Ländern zurückzuführen. In den meisten europäischen Ländern habe sich auch die Überlebenschance bei Krebserkrankungen erhöht. Insgesamt sei die Lebenserwartung bei der Geburt in den EU-Ländern von 1990 bis 2012 im Schnitt um mehr als 5 auf 79,2 Jahre gestiegen. © dpa/afp/aerzteblatt.de

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