NewsMedizinEMA: Impfstoff Fluad nicht für Todesfälle verantwortlich
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

EMA: Impfstoff Fluad nicht für Todesfälle verantwortlich

Donnerstag, 4. Dezember 2014

London – Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) sieht keinen kausalen Zusammenhang zwischen der Anwendung des Grippeimpfstoffs Fluad und mehreren Todesfällen, zu denen es in Italien gekommen ist. Die dortige Arzneimittelbehörde AIFA hatte in der letzten Woche zwei Chargen der Vakzine vom Markt genommen.

Erste Tests der betroffenen Chargen haben laut AIFA keine Hinweise auf produktions­bedingte Verunreinigungen, etwa durch Endotoxine ergeben. Die Ergebnisse zu toxikologischen und bakteriologischen Untersuchungen lägen aber erst in drei Wochen vor. Bis dahin dürften die betroffenen Chargen weiter zurückgehalten werden, die nach Auskunft des Herstellers allerdings ausschließlich in Italien abgegeben wurden und dort nur in einigen Regionen.

Auch der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) der EMA sieht in einer ersten Bewertung keine Beweise für einen kausalen Zusammenhang zwischen den gemeldeten Todesfällen und der Impfung. Die Todesfälle, die laut Medien­berichten innerhalb von 48 Stunden nach einer Grippeimpfung eintraten, haben in der italienischen Öffentlichkeit offenbar für eine erhebliche Verunsicherung gesorgt.

Anzeige

Für den AIFA-Präsidenten Sergio Pecorelli lautet das Gebot der Stunde, das Vertrauen in die Impfungen wieder herzustellen. In Italien hat die Impfkampagne im Oktober begonnen. Eine geringe Akzeptanz der Impfung könnte zu einem Anstieg der Todesfälle führen, befürchtet Pecorelli. Laut der AIFA sterben in Italien jährlich 8.000 Menschen an den Komplikationen der Grippe mit einem hohen Anteil der über 65-Jährigen.

Wie in anderen Ländern auch wird in Italien Senioren zur Grippe-Impfung geraten. Infol­ge der Immunseneszenz lässt allerdings die Schutzwirkung der Impfung nach. Der Her­steller Novartis hat FLUAD, der als Impfstoff für Senioren konzipiert ist, deshalb mit dem Adjuvans MF59C.1 versehen. Dies hat in klinischen Studien zu einer vermehrten Bildung von Antikörpern geführt, ohne dass es – nach Angaben des Herstellers – zu einer wesentlichen Verschlechterung der Verträglichkeit gekommen ist. Nur Lokal­reaktionen und Muskelschmerzen sollen häufiger auftreten. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

15. August 2019
Berlin – Morgen tritt das Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) in Kraft. Darauf hat heute das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hingewiesen. Die Reform soll die
Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung tritt in Kraft
13. August 2019
Düsseldorf – Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) hat angesichts vermehrter Berichte über Lücken in der Arzneimittelversorgung dazu aufgerufen, die Dimensionen des Problems in Apotheken
KV Nordrhein besorgt über zunehmende Arzneimittelknappheit
29. Juli 2019
Amsterdam und Bonn – Der Verdacht, dass der Sphingosin-1-Phosphat-Rezeptor-Agonist Fingolimod, der seit 2011 zur Behandlung der Multiplen Sklerose (MS) zugelassen ist, Fehlbildungen auslösen kann, hat
Fingolimod erhöht Risiko auf Fehlbildungen
25. Juli 2019
Potsdam – Der Brandenburger Pharmahändler Lunapharm, dem das Landesgesundheitsamt nach dem Skandal um angeblich gestohlene Krebsmedikamente den Handel untersagte, fordert vom Land 70 Millionen Euro
Lunapharm fordert von Brandenburg 70 Millionen Euro
22. Juli 2019
Köln – Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt im Umfeld des Bayer-Konzerns wegen eines Todesfalls nach der mutmaßlichen Einnahme von Iberogast. Das berichten das Handelsblatt und Spiegel. „Der
Staatsanwaltschaft ermittelt in einem Todesfall mit Iberogast
22. Juli 2019
Potsdam – Nach dem Skandal um möglicherweise gestohlene Krebsmedikamente hat der Brandenburger Pharmahändler Lunapharm Entschädigung vom Land Brandenburg gefordert. „Es handelt sich um einen hohen
Lunapharm will Entschädigung vom Land
16. Juli 2019
London/Bonn – Die Verordnung von Methotrexat, das bei Autoimmunerkrankungen einmal wöchentlich, bei Krebserkrankungen jedoch täglich dosiert wird, soll künftig auf Ärzte beschränkt werden, die
VG WortLNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER