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Medizin

Oophorektomie bei Hysterektomie senkt Prolapsrisiko

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Cleveland – Die beidseitige Entfernung der Eierstöcke im Rahmen einer Hysterektomie könnte entgegen anders lautender Vermutungen das Risiko für einen Blasen- oder Rektumsproplaps senken. Das schließen Forscher um Barbara Howard an der University of Georgetown aus ihrer retrospektiven Studie an hysterektomierten Frauen. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Menopause (http://dx.doi.org/10.1097/GME.0000000000000375).

Die zusätzliche Entfernung gesunder Eierstöcke bei einer Hysterektomie ist laut der Wissenschaftler ein viel diskutiertes Thema. Während das Risiko für gynäkologische Tumore wie Eierstock- und Brustkrebs verschwinde oder sinke, steige gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit für kardiovaskuläre Erkrankungen, Osteoporose oder sexuelle Funktionsstörungen. Einige Forscher vermuteten zudem, dass das Risiko für einen Blasen- oder Rektumsprolaps durch die Entfernung zunehme.

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Die Wissenschaftler untersuchten diesen Zusammenhang anhand von Daten der sogenannten Women's Health Initiative. Sie verglichen das Risiko von Frauen, die eine reine Hysterektomie erhielten und solchen bei denen zusätzlich eine Salpingo-Oophorektomie erfolgte. Zusätzlich analysierten sie den möglichen Einfluss von Östrogensubstitutionstherapien auf das Risiko. 8.879 Frauen konnten sie in ihre Studie einschließen.

Für Frauen, die eine reine Hysterektomie erhielten, lag das Risiko für einen Blasen- oder Rektumsproplaps bei 39 Prozent, während es für Frauen, denen zusätzlich die Eierstöcke entfernt wurden, zwischen 31 und 36 Prozent lag. In der multivariaten Regressions­analyse konnten die Forscher feststellen, dass das Risiko bei Belassung der Eierstöcke um 23 Prozent höher war als bei Frauen, denen die Eierstöcke entfernt wurden und die nicht durchgängig hormonsubstituiert wurden.

Die Forscher meinen, dass für die Entwicklung eines Blasen- oder Rektumsprolaps klassische Risikofaktoren wie Alter, Geburtenzahl oder Übergewicht eine wesentlich größere Rolle spielen.

© hil/aerzteblatt.de

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