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Politik

Fachgesellschaften fordern frühzeitige Einbeziehung in die Gesundheitspolitik

Freitag, 5. Dezember 2014

Berlin - Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesell­schaften (AWMF) möchte häufiger und frühzeitiger in die Entscheidungsprozesse innerhalb der Gesundheitspolitik einbezogen werden. „Die Bewertung von Medikamenten und Medizinprodukten durch den Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) und das Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) sind wertvoll und wichtig. Aber die Fachgesellschaften sind es, die die Studien dazu durchführen“, erklärte Ulrich R. Fölsch, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) im Vorfeld des heutigen Berliner Forums der AWMF.

„Durch die zu späte Einbindung der Fachgesellschaften in die Beratungen gehen den Institutionen wichtige Informationen verloren“, kritisierte Fölsch. Eine rechtzeitige Einbe­ziehung könne dagegen dazu beitragen,  Irritationen und Kontroversen zu vermeiden beziehungsweise diese auszuräumen, bevor eine falsche Entscheidung getroffen werde.

Um richtige Entscheidungen über den Nutzen von Arzneimitteln zu treffen, komme es ganz wesentlich auf die richtige Fragestellung an, betonte AWMF-Präsident Karl Heinz Rahn. Neben dem häufig verwendeten Endpunkt Mortalität hätten auch die Organprotek­tion und die Beeinflussung der Lebensqualität für den Patienten eine große Bedeutung. Leider werde zu wenig nach diesen Endpunkten geschaut, sagte Ina Kopp, Leiterin des Instituts für Medizinisches Wissensmanagement der AWMF.

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Mit Nachdruck setzen sich die Fachgesellschaften dafür ein, dass bei der Qualität der Versorgung auch künftig medizinisch-wissenschaftliche Maßstäbe Vorrang vor ökono­mischen Erwägungen haben sollen. Um der zunehmenden Ökonomisierung des Gesundheitswesens entgegenzuwirken, schlägt die AWMF deshalb vor, Abläufe von Diagnostik und Therapie in Leitlinien festzuschreiben. Dabei wollen sich AWMF und DGIM an der 20011 gegründeten US-Kampagne „Choosing wisely“ orientieren, die Ziel verfolgt, in einer offenen Diskussion zwischen Ärzteschaft, Patienten und der Öffentlichkeit überflüssige medizinische Leistungen zu identifizieren.

Bei der Finanzierung von Leitlinien erhoffen sich die Fachgesellschaften Unterstützung von Politik und Krankenkassen. Bislang finanzieren ausschließlich die Fachgesellschaften die Erstellung der Leitlinien über Beiträge ihrer Mitglieder. „Auf die Dauer wird das nicht mehr möglich sein“, sagte Rahn. © ER/aerzteblatt.de

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