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Wie Schwellenländer zum Exportmarkt für deutsche Medizinprodukte werden

Freitag, 5. Dezember 2014

Bochum – Die industrialisierten Wohlfahrtsstaaten sind die Hauptabnehmer für Medizinprodukte aus Deutschland. Künftige Wachstumspotenziale bestehen aber insbesondere in den Schwellenländern, die bisher allerdings nur zum Teil erschlossen werden. Das meinen Wissenschaftler des Instituts Arbeit und Technik (IAT / Westfälische Hochschule) in einer aktuellen Studie.

Die IAT-Forscher um Stephan von Bandemer werteten dafür die Außenhandelsstatistik für das Jahr 2013 nach Warengruppen, Bundesländern und Zielländern des Exports aus. Über 60 Milliarden Euro setzt die pharmazeutische Industrie mit Grundstoffen und Fertigerzeugnissen um. Medizinische, orthopädische und optische Geräte exportierten Waren im Wert von 22 Milliarden Euro. Damit erwirtschaftet die gesamte Branche rund acht Prozent des Außenhandelsumsatzes der Bundesrepublik.

Wichtigste Zielmärkte sind die USA mit einem Anteil von 15 Prozent. In Europa sind die Niederlande mit zehn Prozent der größte Abnehmer, gefolgt von Großbritannien mit acht Prozent, Frankreich und der Schweiz mit jeweils sechs Prozent. „Dagegen beträgt der gesamte Export in die großen Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien und China – die sogenannten Brick Staaten – insgesamt lediglich knapp zehn Prozent, wobei in diesen Ländern fast die Hälfte der Weltbevölkerung lebt“, hieß es aus dem IAT.

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Hauptursache für diese Schwäche ist laut dem IAT-Projektleiter Bandemer, dass diese Länder noch nicht über genügend Versorgungsstrukturen verfügen, um die modernen Medizinprodukte einzusetzen. „Daher ist es für den Export in die emerging markets erforderlich, Versorgungsstrukturen aufzubauen und ganze Wertschöpfungsketten und Systemlösungen anzubieten“, so die Empfehlung der Wissenschaftler.

Ein Stichwort dafür lautet „Bildungsexport“. Gezielte Angebote zur Qualifizierung des Fachpersonals in den Zielregionen könnten maßgeblich dazu beitragen, Versorgungsstrukturen zu entwickeln und Voraussetzungen für den Einsatz von Produkten und Dienstleistungen zu schaffen. „Darüber hinaus bietet der Markt der Aus- und Weiterbildung ein eigenständiges Wachstumspotenzial, das erst in Ansätzen erschlossen wird“, so die IAT-Forscher. © hil/aerzteblatt.de

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