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Bei Kinderunfällen Milz möglichst erhalten

Dienstag, 9. Dezember 2014

Berlin – Über ein Umdenken bei der Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Verletzungen der Bauchorgane berichtet die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH). Anders als früher bemühten sich Operateure, bei Kindern und Jugendlichen, die Milz zu erhalten, erläutert der Präsident der Fachgesellschaft, Bernd Tillig.

Unfälle beim Reiten, Downhill-Mountainbiking oder im Straßenverkehr könnten schwere Verletzungen der Bauchorgane von Kindern verursachen. In einem Drittel der Fälle sei dabei die Milz betroffen. Ein Milzriss kann aber bekanntlich zum Schock und Tod durch Verbluten führen. Bei Erwachsenen entfernen Ärzte deshalb meist die verletzte Milz.

Jedoch bedeutet die Entnahme des Immunorgans für Patienten, dass sie lebenslang stärker anfällig für Infekte sind – bis hin zur Blutvergiftung mit Todesfolge. „Dieses Risiko ist vor allem im Kindesalter, aber auch bei Jugendlichen noch einmal deutlich erhöht“, so Tillig, der auch der Chefarzt der Kinderchirurgie am Klinikum Vivantes in Berlin ist.

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Dabei spielten auch Fortschritte in Diagnostik und Therapie eine Rolle. So sei es heute möglich, eine Verletzung im Bauch zu orten, zu beurteilen und schonend zu behandeln. In etwa 98 Prozent der Fälle könnten Ärzte so eine Verletzung der Milz erfolgreich ohne Operation behandeln. „Voraussetzung ist jedoch, dass die Blutung beherrschbar und nicht primär lebensbedrohlich ist. Zudem müssen die Kliniken die entsprechende kinder­chirurgische Expertise, spezialisierte Ärzte und die erforderliche technische Ausstattung besitzen“, erläutert der Präsident der Fachgesellschaft.

Das nicht operative Vorgehen sei jedoch oftmals aufwendiger als die schnelle Entfernung der Milz. „Wir müssen unsere Patienten auf der Intensivstation Stunden bis Tage mit modernster Technik engmaschig überwachen“, so Tillig.

Rein betriebswirtschaftlich gesehen sei das für die Kliniken ein Verlustgeschäft. Im Augenblick bezahlten die Krankenkassen im Rahmen der Fallpauschalen für eine Milzentfernung mehr Geld als für einen Klinikaufenthalt, bei dem die Milz gerettet werde. „Hier muss nachjustiert werden“, fordert Tillig. © hil/aerzteblatt.de

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