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Drei Testverfahren für Rou­tine-MRSA-Screening entwickelt

Dienstag, 9. Dezember 2014

dpa

Bremerhaven – Drei Testverfahren zur Routinekontrolle auf eine Besiedlung mit multiresistenten Staphylococcus aureus (MRSA) hat eine Arbeitsgruppe der Hochschule Bremerhaven entwickelt. Die Verfahren sollen sich eignen, um alle Patienten im Krankenhaus auf den Keim zu testen und diesen unabhängig von Symptomen und Risikofaktoren nachzuweisen.

„Wir haben ein schnelles, routinetaugliches Testverfahren entwickelt, mit dem gleichzeitig MRSA-Stämme differenziert nachgewiesen werden können“, erläutert Carsten Harms vom Bremerhavener Institut für Biologische Informationssysteme (BIBIS/ttz). Hierzu haben die Forscher einen sogenannten multiplexen PCR-Test entwickelt, der direkt vor Ort beispielsweise in den Krankenhäusern erfolgen kann.

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Dazu wird einem Patienten von der Haut ein Abstrich genommen und anschließend der potentielle Keim mittels seines genetischen Fingerabdrucks in weniger als drei Stunden identifiziert. Dabei ist das Forscherteam in der Lage, bis zu fünf verschiedene Subtypen gleichzeitig zu unterscheiden.

Ein zweites System basiert auf einem sogenannten Lab-on-a-Chip System. Dabei wird ein Watteträger, der die vom Patienten kommenden MRSA-Keime trägt, in einen neuar­tigen Chip platziert, auf dem sämtliche Laborprozesse auf kleinstem Raum automatisch und autonom ablaufen. Ein Analysegerät zeigt die Präsenz oder Absenz eines Keimbe­falles in rund 30 Minuten an. „Diese Methode eignet sich daher hervor­ragend für den schnellen Einsatz bei Patienten, die beispielsweise in der Unfallchirurgie zur Operation vorbereitet werden“, hieß es aus Bremerhaven.

In einem dritten Verfahren wollen die Forscher ein Gesamtsystem erstellen, dass auf einem Teststreifen beruht, wie er auch von den Schwangerschaftstests bekannt ist. Diese Methodik habe den Vorteil, dass auch weniger geschultes Personal die Abstrich­proben nehmen könne und das Ergebnis innerhalb kürzester Zeit vorliege.

Die drei Verfahren unterscheiden sich durch ihre Genauigkeit und Schnelligkeit. Wo eine genaue Charakterisierung nötig ist, eignen sich laut den Bremerhavener Wissen­schaft­lern der Genetische Fingerabdruck und das Lab-on-a-Chip-Verfahren besonders. Wo es auf Schnelligkeit ankomme, stehe künftig das Teststreifensystem zur Verfügung.

Harms kündigte an, dass die Arbeitsgruppe die entwickelten Methoden jetzt zusammen mit Krankenhäusern in der Region erproben werde. © hil/aerzteblatt.de

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