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Ausland

Polizisten bei Impfkampagne in Pakistan erschossen

Dienstag, 9. Dezember 2014

Karachi – In Pakistan sind am Montag zwei Sicherheitskräfte einer Impfkampagne erschossen aufgefunden worden. Die beiden Polizisten waren für den Schutz eines Impfteams im entlegenen Distrikt Buner in der nordwestlichen Provinz Khyber Pakhtunkhwa zuständig, wie der pakistanische Sender Samaa meldete. Die Impfaktion, die am Montag beginnen sollte, werde nach Angaben der Gesundheitsbehörden wie geplant aufgenommen. Der Distrikt wird von Taliban kontrolliert.

Vor zwei Wochen hatten Milizen der islamistischen Tehrik-i-Taliban Pakistan ein Impfteam ebenfalls in Khyber Pakhtunkhwa angegriffen. Bei dem Vorfall in Charsadda wurde mindestens eine Person verletzt. Kurz darauf erschossen Bewaffnete in Quetta vier Mitarbeiter einer Polio-Impfkampagne, während sie in einem Außenbezirk der Provinz­hauptstadt im Westen des Landes auf eine Polizeieskorte warteten.

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Zuvor kamen am 1. März elf medizinische Mitarbeiter und eine Sicherheitseskorte durch eine Bombe ums Leben. Insgesamt wurden laut der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch seit Jahresbeginn 35 Angehörige von Impfteams in Pakistan ermordet.

Pakistan ist eines von drei Ländern, in denen Kinderlähmung noch verbreitet ist. Dieses Jahr starben in Pakistan nach Angaben von Human Rights Watch bislang 262 Personen an den Folgen der Viruserkrankung; dies sei die höchste Zahl in 15 Jahren und entspreche 80 Prozent aller Todesfälle weltweit.

Humanitäre Hilfseinsätze: Helfer geraten zur Zielscheibe

Ärzte und Krankenpfleger, die in Kriegs- und Krisengebieten medizinische Hilfe leisten, werden immer häufiger selbst Opfer von Gewalt. 1 800 Übergriffe auf medizinische Einrichtungen zählte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz 2012 und 2013 – Tendenz steigend.

Militante Gruppen in Pakistan bekämpfen die Impfkampagnen, weil sie darin verdeckte Agententätigkeiten westlicher Regierungen sehen. Sie verweisen auf den pakistanischen Arzt Shakeel Afridi, der angeblich mit dem US-Geheimdienst CIA zusammenarbeitete und unter dem Vorwand einer Hepatitis-Impfkampagne in Abbottabad Informationen über Al-Kaida-Chef Osama bin Laden sammelte. © kna/aerzteblatt.de

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