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Ärzteschaft

Großes Interesse an der Arzneimittel­initiative Sachsen-Thüringen

Mittwoch, 10. Dezember 2014

dpa

Dresden/Weimar/Berlin – Rund 1.000 Apotheker und Ärzte in Sachsen und Thüringen nehmen mittlerweile am Modellprojekt ARMIN – Arzneimittelinitiative Sachsen-Thüringen – teil. Die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) Sachsen und Thüringen hatten es zusammen mit der AOK Plus und den Apothekerverbänden der Länder im April gestartet und die ersten beiden Module, Wirkstoffverordnung und Medikationskatalog, in der Praxis umgesetzt. 2015 wird das Projekt mit dem dritten Modul, dem sogenannten Medikationsmanagement, komplettiert.

„In der Arzneimittelversorgung wird die interdisziplinäre Kooperation zukünftig immer mehr an Bedeutung gewinnen. Im Rahmen von ARMIN arbeiten Ärzte und Apotheker optimal im Sinne einer sicheren und effizienten Arzneimitteltherapie zusammen“, erläu­terte der KBV-Vorstand Regina Feldmann.

An ARMIN teilnehmende Ärzte verordnen ihren AOK-Plus-Patienten für rund 200 Wirkstoffe beziehungsweise Wirkstoffkombinationen keine Fertigarzneimittel mit Handelsnamen mehr, sondern lediglich die Wirkstoffe. Die Auswahl der konkreten Präparate erfolgt in der Apotheke. Das soll die Qualität und gleichzeitig die Wirt­schaftlichkeit der Arzneimittelversorgung erhöhen.

Medikationskatalog umfasst acht Indikationen
ARMIN beruht auf dem im Jahr 2011 von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände erarbeiteten Zukunfts­konzept zur Arzneimittelversorgung. Die KBV hat für das Modellprojekt einen Medikationskatalog mit Therapieempfehlungen erstellt. Der Katalog umfasst im Augenblick acht Indikationen: Hypertonie, Herzinsuffizienz, Koronare Herzerkrankung, Vorhofflimmern, Fettstoffwechselstörung, Osteoporose, Depression und Demenz. Ab Januar wird er um vier Indikationen erweitert: Diabetes mellitus Typ 2, Antibiotika-Therapie der oberen Atemwege, Antibiotika-Therapie der unteren Atemwege und Antibiotika-Therapie bei Harnwegsinfektionen kommen hinzu.

Ärzte erhalten über ihre Praxis-Software evidenzbasierte Hinweise zur Verwendung von rund 200 Wirkstoffen bei diesen Indikationen.

„Mit der Wirkstoffverordnung steht auf dem Rezept endlich nur noch das, was pharma­kologisch relevant ist. In den Fokus rückt statt wechselnder Handelsnamen der Wirkstoff, mit dem die Krankheit behandelt wird. Das schafft Vertrauen und spart Diskussionen. Der Arzt bekommt dadurch mehr Zeit, dem Patienten die Wirkung und eventuelle Nebenwir­kungen zu erläutern“, fasst der Allgemeinmediziner Axel Stelzner aus Lichtentanne bei Chemnitz seine Erfahrungen in der Praxis zusammen.

Positive Rückmeldungen aus der Praxis
„Wir freuen uns, dass Ärzte und Apotheker ARMIN so gut annehmen“, hieß es aus der KBV. Die positiven Rückmeldungen aus der Praxis seien von besonderem Interesse, weil es vorstellbar sei, zum Beispiel den Medikationskatalog auch über das Modellprojekt in Sachsen und Thüringen hinaus bundesweit einzusetzen. © hil/aerzteblatt.de

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