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Ärzteschaft

KV Bayerns befürchtet das Aus für die Freiberuflichkeit

Mittwoch, 10. Dezember 2014

München – Scharfe Kritik an der Bundespolitik und hier besonders am geplanten Versorgungsstärkungsgesetz übt die Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Bayerns. Mit dem Gesetz bereite die Bundesregierung den Boden für ein neues Gesundheitswesen ohne freiberuflich tätige Ärzte und Psychotherapeuten. An deren Stelle sollten Kliniken und große Zentren mit angestellten Ärzten die medizinische Versorgung der Patienten übernehmen und steuern, warnte der der KV-Vorstandsvorsitzende Wolfgang Krombholz.

Besonders kritisch seien die Vorgaben zum Praxisaufkauf in rein rechnerisch überversorgten Regionen. Dies könnte nach jetziger Planung in Bayern rund 3.400 Haus- und Fachärzte sowie 1.200 Psychotherapeuten betreffen. Bei seinem Einsatz gegen die Pläne zum Zwangsaufkauf sieht Krombholz die Landräte und Bürgermeister an seiner Seite: „Ich hatte im Oktober bayerische Kommunalpolitiker auf diese Problematik hingewiesen und mittlerweile zahlreiche Rückmeldungen erhalten. Der Tenor ist ein­deutig: Das Gesetz hat verheerende Folgen. Hoffentlich werden die Stimmen Bayerns entsprechend in Berlin gehört“, so Krombholz.

Die Widersprüchlichkeit des Gesetzentwurfes kritisierte der erste stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KV, Pedro Schmelz. „Während auf der einen Seite Praxen dauerhaft den gewachsenen Versorgungsstrukturen entzogen werden sollen, verspricht der Gesetzgeber auf der anderen Seite den Patienten künftig kurze Wartezeiten auf einen Facharzttermin innerhalb von vier Wochen“, erläuterte er.

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„Perfide“ sei, dass der Gesetzgeber einen Keil zwischen die Fachärzte in den Praxen und denen in Kliniken treibe. Denn die Öffnung der Krankenhäuser und die Zulassung von Medizinischen Versorgungszentren in kommunaler Hand eröffneten einen harten Verdrängungswettbewerb zulasten der niedergelassenen Fachärzte.

Auf die ab Januar ausschließlich geltende elektronische Gesundheitskarte (eGK) ging die zweite stellvertretende KV-Vorstandsvorsitzende Ilka Enger ein. Sie gehe davon aus, dass auch im aktuellen Planungsstand der eGK weiterhin Zeitverzögerungen, Kosten­steigerungen und Sicherheitsbedenken absehbar seien, sagte sie.

© hil/aerzteblatt.de

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