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Politik

Erprobung der Telematik­infrastruktur soll kommenden Winter beginnen

Mittwoch, 10. Dezember 2014

dpa

Berlin – Der Hauptgeschäftsführer der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte (gematik), Arno Elmer, hat angekündigt, dass die Telematikin­frastruktur im kommenden Winter im stationären Bereich erprobt werden soll. Zugleich äußerte er sein Unverständnis für die Kritik an dem Projekt. „Mit der Telematikinfra­struktur wollen wir Prozesse ablösen wollen, die zum Teil 40 Jahre alt sind“, sagte Elmer heute auf einer Konferenz der Gesellschaft für Versicherungswissenschaft und –gestaltung (GVG) in Berlin.

„Wir wollen nicht den Arzt abschaffen“
Die dafür verwendete Technik werde bereits in anderen Bereichen ganz selbstver­ständlich eingesetzt, nur im Gesundheitswesen noch nicht. „Wir wollen nicht den Arzt abschaffen“, betonte Elmer. „Und wir wollen den Datenschutz im Vergleich zum Status Quo erhöhen.“ So sei die Tele­ma­tik­infra­struk­tur die einzige Plattform, die vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert werde.

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Elmer kritisierte, dass das Projekt in Deutschland nicht von einer Diskussion um den Mehrwerte lebe, sondern von den ewig Gestrigen befeuert werde. „Wir haben die Autobahn für viel Geld gebaut. Es bringt aber nichts, wenn sie leer ist“, sagte er. „Es gibt viele Projekte vor Ort. Um sie technisch miteinander zu verbinden, brauchen wir die die Tele­ma­tik­infra­struk­tur.“

Thomas Reuhl, Abteilungsleiter EBM bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), betonte, dass „wir eine Infrastruktur für den strukturierten Arztbrief schaffen müssen“. Dafür bedürfe es jedoch eines Investitionsschubs, damit die Kollegen ihre Software­programme umstellen könnten. „Wir müssen sicherstellen, dass diejenigen, die regelmäßig Arztbriefe verschicken, eine finanzielle Unterstützung erhalten“, sagte Reuhl.

Krankenkasse gibt Politik Mitschuld an der verzögerten Einführung
Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse, beschrieb eine Janusköpfigkeit in der Gesellschaft: „Wir wünschen uns, sehr gut infor­miert zu sein, wünschen uns schnelle Abläufe und schnelle Zugriffe auf Daten.“ Auf der anderen Seite gebe es beim Datenschutz, wohl auch zu Recht, eine so hohe Sensibilität, dass Ängste entständen. Zudem werde jede Verletzung des Datenschutzes medial so hochgekocht, dass der Zeitplan für die Umsetzung der Tele­ma­tik­infra­struk­tur dadurch verschoben werden könne. 

Für die Verzögerung bei der Einführung der Tele­ma­tik­infra­struk­tur gab er der Politik eine Mitschuld: „Der Gesetzgeber hat immer wieder neu interveniert und dadurch eine Erwar­tungshaltung bei den Akteuren erzeugt, die ihrerseits auf neue Interventionen gewartet haben. Das hat die ganze Sache eher weiter verzögert.“ © fos/aerzteblatt.de

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