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Medizin

Pankreatektomie: Rückgabe der Inselzellen vermeidet Diabetes

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Los Angeles - Die Isolierung und Re-Transplantation von Inselzellen kann Patienten, denen wegen einer chronischen Pankreatitis die Bauchspeicheldrüse entfernt werden muss, vor einer anschließenden Diabeteserkrankung bewahren, wie US-Chirurgen in JAMA Surgery (2014; doi: 10.1001/jamasurg.2014.932) in einer Fallserie zeigen.

Eine Pankreatektomie ist bei Patienten mit chronischer Pankreatitis eine Ultima Ratio, da mit der Bauchspeicheldrüse auch die körpereigene Produktion von Insulin (und anderen Inselzellhormonen) verloren geht. Die Folge ist ein Typ 1-Diabetes. Aus Sicht von Denise Tai von der David Geffen School of Medicine in Los Angeles ist diese Komplikation vermeidbar, da die Inselzellen bei einer chronischen Pankreatitis häufig nicht zerstört werden.

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Sie können im Prinzip nach der Operation aus dem Pankreas isoliert und dem Patienten zurückgegeben werden. Die Idee einer solchen autologen Inselzelltransplantation ist nicht neu. Der Eingriff wurde laut Tai bereits in den 1970er Jahren beschrieben. Er werde weltweit jedoch nur an wenigen Zentren angeboten. Zu diesen Kliniken gehört heute auch die David Geffen School of Medicine, wo seit März 2007 insgesamt neun Patienten im Alter von 13 bis 47 Jahren operiert wurden.

Bei acht Patienten gelang es, Inselzellen aus dem Operationspräparat zu isolieren, bei sechs betrug die Ausbeute mehr als 5.000 Inseln pro Kilogramm Körpergewicht. Zwei Patienten konnten nach der autologen Inselzelltransplantation vollständig auf Insulin-Injektionen verzichten, ein weiterer Patient benötigt laut Tai nur eine niedrige Dosis. Die Isolierung der Inselzellen wurde übrigens nicht in Los Angeles, sondern in San Francisco durchgeführt.

Organpräparat und Inselzellen haben die Transportzeit von dreieinhalb Stunden gut überstanden. Tai regt deshalb an, die Isolierung der Inselzellen an spezialisierten Zentren durchzuführen, die dann eine größere Zahl von Operationszentren versorgen könnten. Die Transportkosten von 16.527 US-Dollar in der aktuellen Studie würden bei einer erfolgreichen Re-Transplantation durch die Einsparungen bei der Insulintherapie und die Vermeidung von Folgekosten wieder eingespart. © rme/aerzteblatt.de

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