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Medizin

HPV: Erweiterter Impfstoff schützt vor neun Virustypen

Freitag, 12. Dezember 2014

dpa

Rockville – Der US-Hersteller Merck hat die Schutzwirkung seines Impfstoffs gegen hu­ma­ne Papillomviren (HPV) um fünf Typen erweitert. Gardasil 9 wurde in den USA nach erfolgreichen Tests jetzt zugelassen.

Von den weit über hundert verschiedenen HPV-Varianten sind zwei Hochrisiko-Typen, nämlich 16 und 18, für etwa 70 Prozent aller Zervixkarzinome verantwortlich. Die beiden zugelassenen Impfstoffe Gardasil und Cervarix decken diese beiden Typen ab. Gardasil schützt darüber hinaus vor den Niedrigrisiko-Typen 6 und 11, die vor allem für die Ent­stehung von Genitalwarzen verantwortlich sind (aus denen sich aber nur selten ein Karzinom entwickelt).

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Der US-Hersteller Merck (in Deutschland MSD) hat die Schutzwirkung jetzt um die Hoch­risiko-Typen 31, 33, 45, 52 und 58 erweitert. Der neue Impfstoff Gardasil 9 hat laut der US-Zulassungsbehörde FDA das Potenzial, etwa 90 Prozent aller Krebser­kran­kungen im Bereich von Zervix, Vulva, Vagina und Anus zu verhindern.

Die Zulassung beruht auf einer randomisierten, kontrollierten klinischen Phase-III-Studie, in der der neue Impfstoff mit dem alten an rund 14.000 Frauen verglichen wurde. Laut FDA erzielte Gardasil 9 eine 97-prozentige Schutzwirkung vor Krebserkrankungen in Zervix, Vulva und Vagina, die durch die neu abgedeckten fünf HPV-Typen 31, 33, 45, 52 und 58 ausgelöst werden. Die Schutzwirkung gegen die vier bereits heute von Gardasil abgedeckten HPV-Typen 6, 11, 16 und 18 soll dabei gleich geblieben sein. Die Schutzwirkung gegen die selteneren Analkarzinome wird für den neuen Impfstoff mit 78 Prozent angegeben.

In einer weiteren Kohorte von 1.200 Jungen und 2.800 Mädchen im Alter von 9 bis 15 Jahren wurde mit Gardasil 9 eine ähnliche Antikörperantwort erzielt wie in den höheren Altersgruppen. Die FDA geht deshalb davon aus, dass der neue Impfstoff dieselbe Schutz­wirkung erzielt. Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Schmerzen an der Injektionsstelle, Schwellung, Rötung und Kopfschmerzen.

© rme/aerzteblatt.de

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