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Medizin

Stammzellen vom Limbus könnten Hornhauttrübung heilen

Freitag, 12. Dezember 2014

Pittsburgh - Stammzellen vom Limbus, der Übergangszone von der Kornea zur Konjunktiva, können verwendet werden, um eine Hornhauttrübung zu behandeln. Dies zeigen tierexperimentelle Studien in Science Translational Medicine (2014; 6: 266ra172), die bereits eine erste klinische Studie in Indien veranlasst haben.

Eine Vernarbung der Hornhaut, zu der es nach Verletzungen, Verbrennungen oder auch nach Infektionen kommen kann, führt zu einem starken Sehverlust bis hin zur Erblindung. Eine effektive Therapie ist heute zwar durch die Transplantation einer Hornhaut von Verstorbenen möglich.

Diese Behandlung steht jedoch nicht in allen Ländern zur Verfügung. Bei der Verletzung eines einzelnen Auges bietet sich als Alternative die Transplantation von Stammzellen aus dem Limbus des unverletzten Auges an. Die Existenz dieser Zellen ist seit längerem bekannt. Augenärzte beobachten immer wieder, dass eine Hornhautverletzung reversibel ist, solange der Limbus unverletzt blieb.

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James Funderburgh von der Universität Pittsburgh hat zusammen mit Augenärzten aus Indien untersucht, ob die Stammzellen genutzt werden können, um Hornhautverletzungen zur Abheilung zu bringen. Für ihre Experimente verwendeten sie die Limbuszellen von verstorbenen Menschen. Für die klinische Anwendung sollen die Zellen vom gesunden Auge der Patienten entnommen werden. Die Biopsie könnte nach Aussage der Autoren so klein gehalten werden, dass sie das gesunde Auge nicht gefährden würde.

Die Zellen werden dann zunächst im Labor vermehrt, was heute problemlos möglich ist. Danach sollen die Stammzellen mit einem Fibrinkleber direkt auf die verletzte Hornhaut aufgebracht werden. Die Forscher haben dies an Mäusen erprobt. Wie Funderburgh berichtet, bildeten sich nach der Behandlung die Narben auf der Hornhaut zurück. Die Transparenz sei innerhalb von vier Wochen zurückgekehrt und die Tiere könnten jetzt wieder sehen.

Histologische Untersuchungen hätten gezeigt, dass sich die Hornhaut vollkommen regenerieren kann. Sie erhole sich nicht nur an der Stelle, an der die Stammellen platziert wurden, sondern als Ganzes. Funderburgh vermutete, dass die Stammzellen Faktoren freisetzen, die die Regenerierung der Hornhaut steuern. Auf der Grundlage der Ergebnisse haben die Forscher eine klinische Studie in Indien initiiert. © rme/aerzteblatt.de

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