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Vermischtes

Wissensdefizite bei der Verwendung öffentlicher Defibrillatoren

Montag, 15. Dezember 2014

dpa

Köln – Auf die Möglichkeiten, Personen mit einem Herzstillstand mittels öffentlicher Defibrillatoren erste Hilfe zu leisten, haben Referenten auf dem ersten nationalen Arbeitstreffen „Public-Access-Defibrillation“ Mitte Dezember in Köln hingewiesen. „Viele Studien zeigen, dass eine frühzeitige Defibrillation die Überlebensraten bei Kreislauf­stillstand verbessert, selbst wenn der Zeitvorteil nur gering ausfällt. Jede ungenutzt verflossene Minute schmälert die Überlebenschance“, sagte Stephan Baldus, Direktor Klinik III Innere Medizin, Herzzentrum Uniklinik Köln. Aber das Gerät an der Wand alleine helfe noch nicht. Die Bevölkerung müsse ausreichend geschult sein und bereit, im Notfall zu helfen.

Im Kölner Stadtgebiet werden laut Baldus pro Jahr durchschnittlich 1.500 bis 2.000 Personen ohne Puls aufgefunden. Zehn bis fünfzehn Prozent dieser Fälle ereigneten sich im öffentlichen Raum – also auf der Straße, in Verkehrsknotenpunkten oder auf öffentlichen Plätzen. „Diese Menschen profitieren dementsprechend direkt von öffentlich zugänglichen Defibrillatoren“, so der Kölner Kardiologe.

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Entscheidend ist laut den Konferenzteilnehmern die Einstellung des Passanten, der die Situation beobachtet. Hier gebe es immer wieder Bedenken, etwas falsch zu machen, oder für eventuelle Fehler haftbar gemacht zu werden. „Das Wichtigste zuerst: Man kann aus juristischer Sicht bei der Anwendung eines Defis nichts falsch machen. Man muss sich vor Augen führen, was passiert, wenn man nicht handelt. In den meisten Fällen würde der Patient dann sterben“, erläuterte Janet Wigge vom Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Universität Augsburg auf der Konferenz. © hil/aerzteblatt.de

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Adolar
am Samstag, 20. Dezember 2014, 14:17

De fibrillendite!

Eher wohl Rendite, und zwar politisch und für div. Hersteller von Medizinprodukten.
Zu den Vergütungsvorschlägen von Dr. Schätzler meine ich, man sollte das auch unter Aspekten von GKV-Patienten betrachten, auch wenns schwerfällt.
Angemessen wäre für jede Gerätebenutzung durch einen GKV die 10,0 - Rückvergütung des ärztlichen Stundensatzes am Jahresende durch die Kasse ("Bonus").
Ich denke, das wird die Wiederbelebung in diesem unseren Lande in jeder Hinsicht befördern...
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Mittwoch, 17. Dezember 2014, 10:55

Achtung! Satire!

Wie gut, dass es in Köln an den 132 öffentlichen Defibrillatoren keine Warteschlangen, Wartezeiten und überquellende Wartezimmer auf der Suche nach einen Termin mit diesen formschönen Geräten und den hinzueilenden, attraktiven Ersthelferinnen und Ersthelfer gibt.

Denn sonst hätte unser aller ebenso tapfer wie Medizin-bildungsfern agierende Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe eine zentrale Termin-Vergabestelle für die Defibrillator-Anwendung bei den Kassenärztlichen Vereinigungen kostenpflichtig einrichten lassen, um damit nicht nur der Chancenungleichheit auf dem Land mit dort außerordentlich ausgedünntem Versorgungsnetz von PAD (Public-Access-Defibrillation) zu begegnen.

Der Spitzenverband Bund (SpiBu) der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) und der Bundesverband der Privaten Krankenversicherer (PKV) denken jetzt schon ernsthaft darüber nach, alle öffentlich verfügbaren Automatisierten Externen Defibrillatoren (AED), auch als Laiendefibrillator oder Defi bezeichnet, mit einem automatisierten Kartenlesegerät (AKLG) für die E-Health-Card zu versehen. Der weiter entwickelte HeartSine Defibrillator SAM PAD 500P würde zusätzlich einer modernen internen und externen Qualitätssicherung entsprechen, wenn seine Echtzeit-Rückmeldungen über die Art und Weise der (erfolgreichen?) Wiederbelebung zugleich auf Facebook ins Netz gestellt werden könnten.

Da die Leistungen des EBM "Reanimationskomplex" (EBM-GOP 01220) mit 101,68€ und die der EBM "Elektrostimulation(en) des Herzens" (EBM-GOP 01222) mit 28,53€ bewertet, aber von n i c h t-ärztlichen Laienhelfern gar nicht erst abgerechnet werden können, würden die GKV-Kassen diese Honorare gerne als zusätzliche Boni an ihre Mitarbeiter ausschütten. Außerdem hätte man damit ein kostenloses Bewegungsbild von Versicherten, die AEDs durch zu häufigen Gebrauch verschleißen.

Bei den PKV-Versicherten kämen analog nach GOÄ pro PAD (Public-Access-Defibrillation) einmal die GOÄ-Nr. 429 ("Wiederbelebungsversuch...") in Höhe von 53,62€ (2,3-facher Satz) und die mit 400 Punkten ebenso hoch bewertete GOÄ-Nr. 430 ("Extra- oder intrathorakale Elektro-Defibrillation...") als Boni für die gewinnorientiert arbeitenden PKV-Vorstände in Frage.

Im Bundesfinanzministerium erarbeitet eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Minister Dr. Wolfgang Schäuble fieberhaft eine Gesetzesvorlage, nach der diese zusätzlichen Kassen-Einkünfte der Mehrwertsteuerpflicht zu unterwerfen seien. Schließlich könne man die GKV-Versichertengemeinschaft der Arbeitnehmer und Arbeitgeber ja nicht endlos durch weitere Kürzungen des gesetzlichen Bundeszuschuss an die GKV-Kassen schröpfen, sondern müsse sich nach alternativen Steuereinnahmen umsehen.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
S.Mayser
am Dienstag, 16. Dezember 2014, 12:31

HLW Kontrolle einzigartig bei HeartSine Defibrillatoren

Als ich diesen Artikel las, musste ich sofort an den HeartSine Defibrillator SAM PAD 500P denken, da dieser genau das tut was andere nicht können:
HeartSine Defibrillator SAM PAD 500P ist ein halbautomatischer Defibrillator, der in Echtzeit Rückmeldung über die Widerbelebung gibt. Das Gerät ist kinderleicht zu bedienen, also perfekt für Laien geeignet. Die einzigartige HLW Kontrolle gibt dem Ersthelfer in Echtzeit Rückmeldung über die Kompression (akustisch: tiefer drücken, langsamer/schneller drücken, gute Kompression). Das Gerät stellt über eine Impendanzmessung fest ob das Herz gut komprimiert wird oder nicht. Zu dem wird in einem LED-Balken angezeigt wie gut die Kompression ist.
kairoprax
am Montag, 15. Dezember 2014, 19:56

Es besteht ein Überangebot an Defibrillatoren


Seien wir doch mal ehrlich!
In Köln heißt es, sollen 132 Defibrillatoren hängen. Aber keineswegs deswegen, weil in Köln 132 Defibrillatoren gebraucht würden.
Es heißt, ganze 8-mal seien sie zum Einsatz gekommen.
Auf 10 bis 15 "Personen ohne Puls" kommt demnach ein Defibrillator.
Hätten diese wirklich direkt profitiert, wie Herr Baldus sagt?
Tatsächlich bewegt sich der Prozentsatz der erfolgreichen Reanimationen im sehr niedrigen Bereich zwischen 10 und 15 %, wie auch Herrn Baldus bekannt sein dürfte.
Es sind keineswegs hunderte von Rettbaren neben einem Defibrillator verstorben.
Das muß der vollständigen Statistik halber sehr deutlich gersagt werden.
Die Tatsache, daß es eine recht ordentliche Zahl von Defibrillatoren gibt, korreliert weder mit der absoluten Zahl der kardialen Ereignisse, noch mit der Effektivität, die allein durch die Präsens der Defibrillatoren ensteht, sondern in erster Linie mit dem Umstand, daß es Mäzene gibt, die sich gerne in der Zeitung sehen.
Und was gibt es da Besseres, als einen überdimensionale Schecksz.B. für eine Kinderkrebshilfe oder eben die Investition in ein AED-Gerät, bei dem dann zusätzlich - benutzt oder unbenutzt - mitten in der Fußgängerzone auch noch eine Plakette "gestiftet von ..." steht.
Geht Werben noch besser?
Wir müssen aufhören, auf Geräte, statt auf Wissen zu setzen!
Der augenfälligste Beweis für das Ausbildungsdefizit ist der Kotau vor dem Unvermögen der künstlichen Beatmung. Weil wir verlernt haben zu lernen, wie man mit AMBU-Beuteln umgeht, sieht der Herz-Lunge-Wiederbelebungs-Algorithmus nicht mehr 5:1, sondern 30:2 vor.
Begründung, Herzmassage geht im Zweifelsfall immer noch besser als Beatmung.
Wenn jetzt aber der Mann oder die Frau auf der Straße keine ordentliche Herz-Lungen-Wiederbelebung durchführen können, wie kann man dann annehmen, daß er oder sie einen Defibrillator einsetzt?
Es ist gut, daß die Defibrillatoren da sind, aber wir bräuchten sie nicht in der schon jetzt vorhandenen Menge.
Und bevor man noch mehr von ihnen anschafft sollte man wieder ans Ausbilden denken. Möglicherweise würden manche bis viele Herztodesfälle bei besser ausgebildeten Ersthelfern sogar ohne Defibrillator vermieden werden.

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