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Medizin

Lungenkrebs: Ramucirumab verlängert Leben bei NSCLC um wenige Wochen

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Rockville – US-Ärzte dürfen den Angiogenese-Hemmer Ramucirumab, der seit April bereits zur Behandlung von Magenkrebs zugelassen ist, künftig auch als Zweit­linientherapie bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC) einsetzen. Die Indikation stützt sich auf die Ergebnisse einer Phase-III-Studie.

An der internationalen REVEL-Studie hatten 1.253 Patienten mit NSCLC im Stadium IV teilgenommen, bei denen es nach einer platin-basierten Chemotherapie erneut zur Krankheitsprogression gekommen war. Die Patienten wurden auf eine Behandlung mit Ramucirumab plus Docetaxel oder mit Placebo plus Docetaxel randomisiert, wobei die Behandlung bis zur erneuten Tumorprogression oder bis zum Auftreten von unerträg­lichen Nebenwirkungen fortgesetzt werden sollte. Primärer Endpunkt war die Überlebens­zeit, die durch die Ramucirumab-Kombination von 9,1 auf 10,5 Monate verlängert wurde.

Wie bei anderen Angiogenese-Hemmern war der Vorteil klinisch auf wenige Wochen begrenzt, aufgrund der hohen Teilnehmerzahl war der Unterschied jedoch signifikant. Edward Garon und Mitarbeiter von der David Geffen School of Medicine in Los Angeles errechneten im Lancet (2014; 384: 665-673) eine Hazard Ratio von 0,86 mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,75 bis 0,98 errechnet. Das mediane progressionsfreie Überleben wurde ebenfalls von 3,0 auf 4,5 Monate verlängert. Hazard Ratio war hier 0,76 (0,68-0,86).

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Die Ergebnisse bleiben damit unter dem Lebenszeitgewinn von 2,5 bis 4 Monaten im Gesamtüberleben und von 3 bis 4 Monaten im progressionsfreien Überleben, den die American Society of Clinical Oncology jüngst als Untergrenze für einen klinisch relevanten Vorteil bezeichnet hat. Für die US-Arzneibehörde ist dagegen der statistisch zweifelsfreie Vorteil im Gesamtüberleben das entscheidende Kriterium.

Die Patienten müssen für den Vorteil eine Reihe von Nebenwirkungen ertragen. Am häufigsten kommt es laut FDA zu Neutropenie, Müdigkeit und einer Stomatitis. Ramu­cirumab kann wie andere Angiogenese-Hemmer schwere Blutungen, Thrombosen, eine arterielle Hypertonie auslösen und die Wundheilung beeinträchtigen.

Bei Ramucirumab handelt es sich um einen monoklonalen Antikörper, der spezifisch am Rezeptor des vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor vom Typ 2 (VEGF-2) bindet und dadurch die Bildung neuer Blutgefäße verhindert, die vom Tumor durch die Freisetzung von VEGF-2 ausgelöst wird.

Seit April ist Ramucirumab als Cyramza in den USA zur Behandlung  von fortge­schrittenen Krebserkrankungen im Magen oder am Übergang von der Speiseröhre in den Magen zugelassen. In der Zulassungsstudie REGARD hatte Ramucirumab als Monotherapie die Überlebenszeit der Patienten von 3,8 auf 5,2 Monate ebenfalls signifikant verlängert (Lancet 2014; 383: 31-9). In der RAINBOW-Studie konnte Ramucirumab plus Paclitaxel die Überlebenszeit gegenüber Paclitaxel plus Placebo von 7,4 auf 9,6 Monate verlängern (Lancet Oncology 2014; 15: 1224-35). Ramucirumab ist in den USA inzwischen auch in dieser Indikation zugelassen.

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA sprach sich im September 2014 für die Zulassung von Ramucirumab zur Zweitlinientherapie nach vorheriger Platin- oder Fluoropyrimidin-basierter Chemotherapie aus. Das Mittel darf nach der noch ausstehenden Einführung sowohl als Monotherapie als auch in Kombination mit Paclitaxel eingesetzt werden.

© rme/aerzteblatt.de

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