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Medizin

Meta-Analyse: Yoga bessert kardiale Risikofaktoren

Dienstag, 16. Dezember 2014

dpa

Rotterdam – Sein Herz gesund zu halten, war bislang ziemlich anstrengend. Täglich 30 Minuten Ausdauersport fordern die kardiologischen Leitlinien zur Prävention von Herzkreislauferkrankungen. Die gleiche Schutzwirkung lässt sich nach einer Meta-Analyse im European Journal of Preventive Cardiology (2014 as doi:10.1177/2047487314562741) jedoch auch (fast) ohne körperliche Bewegung durch regelmäßige Yoga-Übungen erzielen.

Ausdauersport ist so eng mit der kardialen Prävention verbunden, dass die aeroben Übungen im englischsprachigen Raum als „Cardio“ bezeichnet werden. Auch in Deutschl­and wird bei der Rehabilitation nach Herzinfarkt (Koronarsport) in erster Linie eine Ausdauer-/Leistungssteigerung der Patienten angestrebt. Yoga-Übungen werden dort in der Regel nicht angeboten. Dabei könnten die mentalen und körperlichen Übungen der indischen Lebensphilosophie das Herz ebenfalls schützen.

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Der Stressabbau hat günstige Auswirkungen auf den „neuroendokrinen Status sowie auf metabolische und kardio-vagale Funktionen“, schreibt Myriam Hunink vom Medizinischen Zentrum der Erasmus Universität in Rotterdam, die zusammen mit Gesundheitsforschern der Harvard Medical School in Boston, die Ergebnisse von 37 randomisierten klinischen Studien mit 2.768 Teilnehmern ausgewertet hat.

Ihre Ergebnisse zeigen, dass Menschen, die regelmäßig Yoga betreiben, in der Regel weniger kardiale Risikofaktoren aufweisen. Der Body Mass Index war im Durchschnitt um 0,77 kg/m2 niedriger als bei Studienteilnehmern, die keine Yogaübungen machten. Yoga war mit einem um 5,12 mm Hg niedrigeren systolischen Blutdruck, einem um 12,14 mg/dl niedrigeres LDL-Cholesterin und einem günstigen HDL-Cholesterin-Wert von durch­schnittlich 3,20 mg/dl verbunden. Das Körpergewicht sank durch Yoga um 2,32 kg, der diastolische Blutdruck um 4,9 mmHg, das Gesamtcholesterin um 18,48 mg/dl und die Herzfrequenz um 5,27 Schläge pro Minute. Es wurden allerdings keine Verbesserungen der Diabetesparameter wie Nüchternblutzucker oder HbA1c-Wert gefunden.

Die Auswirkung von Yoga-Übungen auf die kardiovaskulären Risikofaktoren ist laut Hunink durchaus mit typischen Ausdauersportarten wie Nordic Walking oder Jogging vergleichbar. Auch wenn die physiologischen Mechanismen nicht völlig geklärt sind und weitere Untersuchungen notwendig erscheinen, könne Yoga bereits jetzt jenen Menschen empfohlen werden, die für einen Ausdauersport nur schwer motiviert werden könnten.

Die British Heart Foundation stimmte der Einstellung in einer Pressemitteilung zu, ließ aber anklingen, dass vielleicht nicht die meditative Entspannung als vielmehr die (zumindest anfangs) durchaus anstrengenden Atemübungen die präventive Wirkung erklären. Die tiefere Atmung könnte die Sauerstoffversorgung der Körpers verbessern und über diesen Mechanismus den Blutdruck senken, meinte eine Sprecherin der britischen Herzspezialisten. © rme/aerzteblatt.de

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