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Politik

Uni-Klinikum Schleswig-Holstein weiter defizitär

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Kiel – Eine „schwarze Null“ ist beim defizitären Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) nach den Worten von Wissenschaftsministerin Kristin Alheit (SPD) noch nicht absehbar. Sie könne nicht sagen, in welchem Jahr dieses Ziel tatsächlich erreicht werde, sagte Alheit am Mittwoch in Kiel bei ihrer Drei-Monats-Bilanz als zuständige Ministerin.

Der Vorstandsvorsitzende des UKSH, Jens Scholz, hatte das Jahr 2017 genannt – „allerdings unter der Voraussetzung, dass die Landes- und Bundespolitik wie in Aussicht gestellt Maßnahmen ergreift, um die Universitätsmedizin zu stützen“, sagte ein UKSH-Sprecher am Mittwoch.

Laut Wirtschaftsplan hat das UKSH für 2014 ein Minus von 32,5 Millionen Euro veranschlagt. Das tatsächliche Ergebnis werde erst im Sommer 2015 feststehen, da Verhandlungen mit Krankenkassen üblicherweise noch ausstehen, erläuterte der UKSH-Sprecher.

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Knapp eine Million Euro im Jahr kann das UKSH nach Angaben des Sprechers im Bereich Krankschwestern sparen, ohne eine einzige Stelle einzusparen oder Löhne zu kürzen. So habe das UKSH zum Ende des nächsten Jahres fünf Verträge mit drei Schwesternschaften des Deutschen Roten Kreuzes gekündigt. Diese drei Vereine hätten quasi wie Zeitarbeitsfirmen Krankenschwestern dem UKSH zur Verfügung gestellt. Knapp 500.000 Euro müsse dafür das UKSH an die Schwesternschaften zahlen, hinzu kämen nochmal etwa 500.000 Euro für das eigene Controlling.

Die drei Schwesternschaften haben 769 Krankenschwestern und rund 220 Auzubildende für das UKSH abgestellt. „Wir werden alle Stellen wieder intern ausschreiben“, sagte der UKSH-Sprecher. Somit könne jede Schwester sich quasi auf ihren bisherigen Arbeitsplatz bewerben – „und das zu den tollen Bedingungen des Tarifvertrags der Länder“.

Die Vorsitzende der beiden Kieler DRK-Schwesternschaften Maria Lüdeke zeigte sich am Mittwoch vor allem befremdet über die überraschende Kündigung und Vorgehensweise. „Seit rund 100 Jahren arbeiten die Schwesternschaften mit dem Uni-Klinikum zusammen und wir würden es gern noch weitere 100 Jahre machen.“ Finanzielle Einsparungen könnten nicht der Grund für die Kündigungen sein. Denn unterm Strich seien die Zahlungen an die DRK-Schwesternschaften einschließlich Verwaltungskosten nicht höher als die UKSH-Brutto-Entgelte. Bisher erhielten die DRK-Schwesternschaften Gehälter in der Höhe UKSH-Haustarifvertrags.

Die DRK-Schwestern hätten die gleichen Rechte und Pflichten wie andere UKSH-Kran­ken­schwestern. Insofern sei das Argument, mit direkt angestellten Krankenschwestern seien Versetzungen und neue Teams im Zuge von UKSH-Umstrukturierungen einfacher, nicht nachvollziehbar.

Als ein möglicher Grund werde immer wieder über das sogenannte disziplinarische Durchgriffsrecht spekuliert. Sie setze noch auf Gespräche mit dem UKSH und hoffe auf eine Fortsetzung der langen Kooperation, sagte Lüdeke.

Alheit betonte, wenn das UKSH Verwaltungskosten einsparen wolle, sei dies erst einmal positiv zu sehen. Ein Abbau von Stellen sei nicht erkennbar. „Wichtig ist es aber, für die Betroffenen schnell eine Perspektive zu schaffen.“ © dpa/aerzteblatt.de

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