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Medizin

Gedächtnisstörungen erhöhen Risiko für Schlaganfälle

Freitag, 19. Dezember 2014

Rotterdam – Subjektive Störungen der Gedächtnisleistung könnten ein möglicher Hin­weis auf Gefäßrisikofaktoren sein, die zu einem Schlaganfall führen können. Wissen­schaftler der Erasmus Universität Rotterdam konnten dies besonders für Leute mit einem hohen Bildungshintergrund nachweisen. Die Arbeitsgruppe um Arfan Ikram berichtet in Stroke über die Ergebnisse ihrer Studie (http://dx.doi.org/10.1161/STROKEAHA.114.006616).

Patienten, die einen Schlaganfall erleiden, haben oft eine Reihe von Gefäßrisiko­faktoren, die diesen begünstigen. Vaskuläre Schäden im Gehirn können auch die Entwicklung einiger Demenzformen verstärken oder sogar verursachen. Vorange­gangene Studien konnten belegen, dass subjektive Gedächtnisstörungen, insbesondere unter höher gebildeten Patienten, auch ein Hinweis für die Entwicklung einer Demenz sein könnten.

Die Forscher gehen davon aus, dass unter jenen Patienten die kognitiven Reserven stärker ausgeprägt sind und subtile Verschlechterungen klinischen Tests entgehen, während sie für die Betroffenen bereits deutlich spürbar sind. Diesen Patienten könnte eine Veränderung ihres Denkvermögens schneller auffallen und auf erste Schäden an den Hirngefäßen hinweisen. Mit ihrer Studie wollten die Wissenschaftler untersuchen, ob Gedächtnisverschlechterungen auch mit einem erhöhtem Schlaganfallrisiko einher­gehen. 

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9.152 Teilnehmer der sogenannten Rotterdam-Studie konnten die Forscher in die Untersuchung miteinbeziehen. Die große Kohortenstudie startet 1990 mit über 7.000 Einwohnern von Rotterdam, die älter als 55 Jahre waren. Ziel der Studie ist es, Risikofak­toren für neurologische, kardiovaskuläre, opthalmologische und endokrine Erkrankun­gen in der alternden Bevölkerung zu ermitteln. Im Rahmen der Analyse wurden die Teilnehmer zu ihrer eigenen Einschätzung möglicher Gedächtnisstörungen befragt und erhielten anschließend einen Mini-Mental-Status Test, um höhergradige Demenzen vor der Studie auszuschließen.

Bis 2012 ereigneten sich in der Kohorte 1.134 Schlaganfälle, davon 663 ischämisch, 99 hämorrhagisch und 372 nicht näher klassifizierte. In einer multivariaten Analyse verglichen die Forscher den Zusammenhang zwischen Gedächtnisstörungen und dem Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden. Subjektive Gedächtnisstörungen erwiesen sich als ein unabhängiger Risikofaktor für die Entwicklung eines Schlaganfalls.

So stieg das Risiko für einen Schlaganfall, bei Vorliegen subjektiver Gedächtnis­störungen, um 20 Prozent. Am stärksten zeigte sich dieser Zusammenhang bei hochgebildeten Personen mit einer abgeschlossenen höhergradigen Berufsausbildung oder einem universitären Hintergrund. Hier war das Risiko sogar um 39 Prozent erhöht, während es bei gering gebildeten Teilnehmern um nur neun Prozent stieg.

Die Forscher gehen davon aus, dass die Frage nach subjektiven Gedächtnisstörungen ein Teil der Schlaganfallprävention sein könnte. Patienten mit entsprechenden Beschwer­den könnten dann von einem genaueren Screening auf vaskuläre Risikofaktoren profitieren. Dies gilt laut der Arbeitsgruppe besonders für Patienten mit einem hohen Bildungshintergrund.

© rme/aerzteblatt.de

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