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Ärzteschaft

Hausärzte erhalten volle Versicherten­pauschale im Vertretungsfall

Freitag, 19. Dezember 2014

Berlin – Ab 1. April 2015 können Haus- und Kinderärzte, die einen Kollegen im Urlaub oder wegen Krankheit vertreten, die volle Versichertenpauschale abrechnen. Damit entfällt die Vertreterpauschale für Hausärzte. Dies haben die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der GKV-Spitzenverband vereinbart.

Die Gebührenordnungspositionen (GOP) 03010 / 04010 werden im EBM gestrichen. Stattdessen rechnen Ärzte ab 1. April 2015 bei Behandlung im Vertretungsfall oder bei Überweisungen durch einen anderen Hausarzt / Pädiater zur Mit-, Weiterbehandlung oder Konsiliaruntersuchung die volle Versichertenpauschale ab (GOP 03000 / 04000).

Der EBM sieht bislang vor, dass Hausärzte im Vertretungs- beziehungsweise Überweisungsfall lediglich die halbe Versichertenpauschale für einen Patienten erhalten. Weiterhin wurde im Vertretungsfall und bei Überweisungen von Patienten zur spezialisierten Behandlung in diabetologischen Schwerpunktpraxen beziehungsweise HIV-Schwerpunktpraxen nur die halbe Strukturpauschale (GOP 03040) vergütet.

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Feldmann: Endlich wird Vertretung entsprechend honoriert
„In keiner anderen Fachgruppe gibt es die Regelung, dass im Vertretungsfall weniger Honorar gezahlt wird. Daher freue ich mich sehr, dass es uns in den Verhandlungen mit den Krankenkassen gelungen ist, die Vertreterpauschale abzuschaffen. Damit wird nun endlich auch die Leistung der Hausärzte, die eine Vertretung übernehmen, entsprechend honoriert“, erklärte KBV-Vorstand Regina Feldmann. Der Beschluss zur EBM-Änderung war am Mittwoch im Bewertungsausschuss gefasst worden. © EB/aerzteblatt.de

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Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Sonntag, 21. Dezember 2014, 17:29

Die Hausärzte/-innen sitzen wie immer am "Katzentisch"

Unzweideutiger Hinweis bleibt fragwürdig:
„In keiner anderen Fachgruppe gibt es die Regelung, dass im Vertretungsfall weniger Honorar gezahlt wird. Daher freue ich mich sehr, dass es uns in den Verhandlungen mit den Krankenkassen gelungen ist, die Vertreterpauschale abzuschaffen. Damit wird nun endlich auch die Leistung der Hausärzte, die eine Vertretung übernehmen, entsprechend honoriert“, erklärte KBV-Vorstand Regina Feldmann.

Frau Kollegin Feldmann, es waren n i c h t die Vertreter der GKV-Kassen und ihr Spitzenverband Bund (Spibu), die den KBV-Verhandlungsführern diese diskriminierend niedrige Vertreterpauschale für Urlaubs- und Krankheitsvertretungen (im Hausarzt-EBMneu wurde sie schon einmal erhöht) für Hausärzte in die Feder diktiert hatten.

Es war die Honorarabteilung der KBV s e l b s t, die mit der niedrigen Vertreterpauschale den Hausärzten ("Treppenterrier" der Medizin) eins auswischen wollten. Der ursprünglich geplante Hausarzt-EBMneu, war zunächst der Versuch, einen neuen Knebelvertrag aufzusetzen, um den Graben zwischen Haus- und Fachärzten zu vertiefen. Zahlreiche KBV-Änderungen der Abrechnungsmodalitäten waren die Folge.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

PS.: Weihnachtsgeschenke für 2014 verteilt man aber nicht erst zum 1. April 2015 an Haus- und Kinderärzte!
Avatar #672734
isnydoc
am Samstag, 20. Dezember 2014, 12:18

Wer vertritt in Praxisgemeinschaften?

Das eigentliche Problem kommt überhaupt nicht zur Sprache ... sprachlos über solch ein systematisches Schweigen.
LNS

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