NewsMedizinArzt-Patien­ten-Kontakte: Zufriedenheit bei russischen Migranten gering
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Arzt-Patien­ten-Kontakte: Zufriedenheit bei russischen Migranten gering

Montag, 22. Dezember 2014

Köln – In Deutschland leben zurzeit drei Millionen Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion. Aufgrund ihrer russischsprachigen Herkunft haben sie meist Verständi­gungsprobleme, auch im medizinischen Umfeld. So wirken sie bei ihren Hausärzten oft verunsichert, hilflos oder sogar wütend, weshalb sie häufig als schwierig gelten. Wie hingegen die behandelnden Ärzte auf die Migranten wirken, zeigt eine aktuelle Studie von Viktoria Bachmann et al. im Deutschen Ärzteblatt (Dtsch Arztebl Int 2014; 111: 871–6). Sie befragten dazu russische Zuwanderer und deutschstämmige Patienten über ihre Erwartungen und Erfahrungen von Arzt-Patienten-Kontakten.

Sowohl die interviewten Migranten und Deutschen waren mit ihren aktuellen Hausärzten zufrieden. Allerdings empfanden die Zuwanderer sie als „normal“ oder „ok“, während die deutschstämmigen Patienten mit ihnen „sehr zufrieden“ waren.  Drei von vier Migranten wiesen auf Schwierigkeiten bei ihren Arzt-Patienten-Kontakten hin, wie beispielsweise sprachliche Probleme oder ein zu „professionelles“ Verhalten des Arztes.

Erfahrungen russischsprachiger Migranten beim Hausarzt

Aufgrund von mangelnder sprachlicher Verständigung, schlechterer Compliance und abweichenden Krankheitskonzepten werden Migranten im medizinischen Kontext oft als schwierig betrachtet (1, 2). Hausärzte berichten von Verunsicherungen, Hilflosigkeit und auch Wut, die sie in ihrer Arbeit mit Migranten erleben (2, 3).

Anzeige

So hat jeder Dritte von ihnen den Eindruck, eine notwendige Behandlung nicht zu erhalten, was nur jedem siebten Deutschen so vorkommt. Aufgrund dieser Unzu­friedenen bei Arzt-Patienten-Kontakten kommt es zu mehr Hausarztwechseln bei Zuwanderern. Die Autoren empfehlen, dass Hausärzte sich für mögliche Missver­ständnisse sensibilisieren und flexibel auf die ungewöhnlichen Erwartungen der Migranten eingehen. © mei/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #675503
Widerstand
am Montag, 22. Dezember 2014, 15:29

unzufriedene Migranten

So hat jeder Dritte von ihnen den Eindruck, eine notwendige Behandlung nicht zu erhalten, was nur jedem siebten Deutschen so vorkommt.

Ad 1: Die befragten Deutschen lügen oder gehören ausschließlich zur kapitalstarken Kaste.
Ad 2: Eine Rückfahrkarte in die Heimat oder die deutsche Sprache lernen, könnte den Migranten helfen. Aber "Scheiß Deutsche" sind nur zwei Wörter und leicht zu lernen (Nicht Ausländerfeindlichkeit sondern mehrfach selbst erlebt).
LNS

Nachrichten zum Thema

19. Oktober 2020
Berlin – Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) befürchtet, dass die Coronapandemie die Integration von Migranten zurückwirft. „Die Beschäftigung der Zuwanderer war
OECD: Pandemie gefährdet Fortschritte in der Migration
16. Oktober 2020
Kassel/Gießen – Nach einer Masseninfektion mit 112 SARS-CoV-2-Fällen in einer Kasseler Flüchtlingseinrichtung werfen dort eingesetzte Ärzte dem Regierungspräsidium Gießen Versäumnisse vor. „Weil zu
Ärzte kritisieren Umgang mit SARS-CoV-2-Masseninfektion in Erstaufnahme
12. Oktober 2020
Mexiko-Stadt – In einem Lager für Einwanderer in den USA sind nach Erkenntnissen der mexikanischen Behörden mindestens zwei Frauen ohne ihre Zustimmung operiert worden. Eine der beiden Mexikanerinnen
Mexiko: Frauen in US-Auffangzentrum ohne Zustimmung operiert
12. Oktober 2020
Madrid – Innerhalb von 48 Stunden sind auf den Kanarischen Inseln mehr als 1.000 Flüchtlinge aus Afrika gelandet. So viele Ankünfte von Migranten seien seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr
Mehr als 1.000 afrikanische Flüchtlinge auf den Kanaren gelandet
9. Oktober 2020
Berlin/Brüssel – Bundesinnenminister Horst Seehofer hat die Vorschläge der EU-Kommission für eine Reform der europäischen Migrations- und Asylpolitik gegen Kritik aus der eigenen Bundestagsfraktion
Seehofer: Asylpaket bringt keine „Sonderlasten“
8. Oktober 2020
Berlin – Auf die gesundheitlichen und humanitären Folgen der Abschiebepraxis von Geflüchteten haben die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW)
IPPNW: Abschiebepraxis geflüchteter Menschen humanisieren
2. Oktober 2020
Samos – Ärzte ohne Grenzen hat vor der verheerenden Lage im Flüchtlingslager Vathy auf der Insel Samos gewarnt. Der Hilfsorganisation zufolge befinden sich in dem Camp 4.500 Menschen, die sich auf
VG WortLNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER