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Medizin

Grippe: Neuraminidase-Hemmer Peramivir in USA dauerhaft zugelassen

Dienstag, 23. Dezember 2014

Rockville – Die US-Arzneibehörde FDA hat den Neuraminidase-Hemmer Peramivir, der während der pandemischen Grippe H1N1 2009 („Schweinegrippe“) vorübergehend per „Notverordnung" erhältlich war, dauerhaft zugelassen. Grundlage war eine klinische Studie, in in der eine einmalige Infusion die Dauer von Symptomen und Fieber der Influenza verkürzt hat.

Peramivir ist nach Zanamivir, das mit einem Inhaliergerät verabreicht werden muss, und dem oral verfügbaren Oseltamivir der dritte Neuraminidase-Inhibitor und der erste zur parenteralen Anwendung. Vorgesehen ist eine einmalige Behandlung bei erwachsenen Patienten, die nicht länger als zwei Tage symptomatisch sein sollten. Unter diesen Bedingungen verkürzte Peramivir in der höheren Dosierung von 600 mg (zugelassen ist eine Dosierung von 300 mg) im Vergleich zu Placebo die Symptomdauer um 21 Stunden und die Fieberdauer um 12 Stunden.

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Peramivir wurde in den Studien gut vertragen. Die häufigste Nebenwirkung mit 8 Prozent waren Durchfälle (unter Placebo 7 Prozent). Zu den seltenen, aber schwerwiegenden Nebenwirkungen gehören schwere Überempfindlichkeitsreaktionen wie Stevens-Johnson-Syndrom und Erythema multiforme. Ähnlich wie bei den beiden anderen Neuraminidase-Hemmern Oseltamivir und Zanamivir wurde über psychiatrische Reaktionen wie Halluzinationen, Delirium und abnormales Verhalten berichtet, doch laut FDA ist nicht sicher, ob sie Folge der Influenza oder eine Nebenwirkung der Therapie sind.

Ob die einmalige intravenöse Gabe von Peramivir Vorteile gegenüber einer mehrtägigen oralen Therapie mit Oseltamivir hat, war nicht Gegenstand der Zulassung. Eine Phase III-Studie aus Japan, Taiwan und Südkorea deutet auf eine schnellere Senkung der Viruskonzentration und eine Verkürzung der Symptomdauer hin. Die Unterschiede waren jedoch gering und statistisch nicht signifikant (Antimicrobial Agents and Chemotherapy 2011; 55: 5267-76). In Japan ist Peramivir als Rapiacta zugelassen. In Südkorea ist es als PeramiFlu auf dem Markt. Ob der Hersteller eine Einführung in Europa plant, geht aus der Pressemitteilung nicht hervor. © rme/aerzteblatt.de

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