NewsAuslandOberstes irisches Gericht: Hirntote Schwangere darf sterben
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Oberstes irisches Gericht: Hirntote Schwangere darf sterben

Montag, 29. Dezember 2014

Dublin – Im Streit um lebensverlängernde medizinische Maßnahmen für einer hirntote Schwangere hat Irlands oberstes Gericht ein Abschalten der Maschinen für rechtens erklärt. Das Gericht urteilte damit am Freitag im Sinne der Angehörigen der Patientin. Die Ärzte hatten die Frau dagegen aus rechtlichen Gründen intensivmedizinisch am Leben erhalten. Der Fall rührt an eine in Irland tief verwurzelte Kontroverse, denn das Abtreibungsverbot in seiner Verfassung ist selbst in dem mehrheitlich tief katholischen Land umstritten.

Das oberste Gericht folgte bei seiner Entscheidung den medizinischen Fakten, wonach der erst wenige Wochen alte Fötus nicht allein lebensfähig sei. Die Frau war in der 14. Woche schwanger, als sie am 3. Dezember nach einer Hirnverletzung für klinisch tot erklärt wurde. Laut Gerichtsanhörung verschlechterte sich ihr Zustand "rasant".

Anzeige

Weitere lebensverlängernde Maßnahmen würden die Würde der Mutter verletzen sowie den Vater und ihre jungen Kinder „unvorstellbarem Leid aussetzen", hieß es in dem Urteil. Die medizinische Behandlung sei eine „nutzlose Übung", die in der „Angst der medizinischen Spezialisten vor möglichen rechtlichen Konsequenzen” begründet sei. Die irischen Gesundheitsbehörden begrüßten die Entscheidung.

Die hitzige Debatte über den Fall veranlasste den Erzbischof von Dublin, Diarmuid Martin, zu einer Stellungnahme: Aus katholischer Sicht gebe es „keine Verpflichtung" der Ärzte zur Anwendung außergewöhnlicher lebensverlängernder Maßnahmen, sagte Martin dem Rundfunksender Newstalk: „Eine Frau ist nicht nur ein Inkubator.” © afp/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #92858
lorch
am Donnerstag, 1. Januar 2015, 17:34

...tote Schwangere darf sterben...

Sowohl sprachlich als auch inhaltlich-fachlich sollte zumindest beim DÄ soviel Sachverstand präsent sein zu wissen, dass Tote nicht mehr sterben können. Tragisch.....
LNS

Nachrichten zum Thema

22. Oktober 2020
Berlin – Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Februar 2020, mit dem das Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung für verfassungswidrig erklärt wurde, sorgte in Fachkreisen und in
Debatte im Ethikrat zur Sterbehilfe zeigt Meinungsbandbreite
20. Oktober 2020
Dublin – Irland kehrt als erstes EU-Land in den Coronalockdown zurück. Ministerpräsident Micheal Martin ordnete gestern erneut eine Ausgangssperre für die Bevölkerung an. Ausnahme bildeten Schulen,
Irland verkündet als erstes EU-Land zweiten Coronalockdown
14. Oktober 2020
Den Haag – In den Niederlanden soll die Sterbehilfe bei sterbenskranken Kindern im Alter von unter zwölf Jahren legalisiert werden. Ge­sund­heits­mi­nis­ter Hugo de Jonge kündigte gestern eine
Niederlande wollen Sterbehilfe bei Kindern unter zwölf Jahren legalisieren
6. Oktober 2020
Dublin – Angesichts einer zweiten Coronainfektionswelle hat die irische Regierung die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus wieder verschärft. Landesweit dürften Restaurants und Pubs ab sofort keine
Irland verschärft landesweit Coronamaßnahmen
28. September 2020
Berlin – In die Debatte um die Rolle von Ärzten am Lebensende kommt Bewegung. Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) denkt über eine Änderung des Berufsrechts bei der ärztlichen Beihilfe zu Selbsttötungen nach.
Sterbehilfe auf Agenda des Deutschen Ärztetages
11. September 2020
Wiesbaden – Keine einfachen Lösungen bei der erneuten Debatte um die Sterbehilfe in diesem Herbst erwartet die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP). „Kontroversen am Lebensende“ ist daher
Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin erwartet kontroverse Debatte um die Suizidbeihilfe
25. August 2020
Berlin – Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) zur Suizidbeihilfe, das Ende Februar das seit 2015 bestehende Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe (Paragraf 217 Strafgesetzbuch) für
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER