NewsMedizinBrustkrebs: Patientinnen nach Rekonstruktion ohne Implantat zufriedener
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Brustkrebs: Patientinnen nach Rekonstruktion ohne Implantat zufriedener

Dienstag, 30. Dezember 2014

Groningen – Ein Implantat kann nach einer Mastektomie die Brustrekonstruktion beschleunigen. Die größere Zufriedenheit bei den Patientinnen erzielte in einer Studie in Plastic and Reconstructive Surgery (2015; 135: 43-50) jedoch die Rekonstruktion mit ausschließlich körpereigenem Gewebe.

Eine Brustrekonstruktion mit einem Implantat ist heute in den meisten Fällen schon bei der Primäroperation möglich. Den Patientinnen bleibt dann der belastende Anblick einer fehlenden Brust erspart. Auf eine Rekonstruktion mit körpereigenem Gewebe müssen sie häufig ein Jahr oder länger warten. Viele plastische Chirurgen bevorzugen ein längeres Intervall, damit sich das Gewebe von den Strapazen der Bestrahlung erholen kann, die heute häufig Bestandteil der Therapie ist.

Der plastische Chirurg Yassir Eltahir von der Universität Groningen hatte erwartet, dass die Patientinnen allein wegen der Wartezeit mit einem Implantat zufriedener sind als nach der teilweise aufwendigen Rekonstruktion, bei der Muskeln aus dem Bauch-, Thorax-, aber auch Rückenbereich für den Brustaufbau verwendet werden.
 

Anzeige

Doch die 47 Patientinnen, die sich für eine autologe Rekonstruktion ohne Fremdma­terialien entschieden hatten, gaben der neuen Brust später mit 75 von 100 Punkten die besseren Noten als die 45 Frauen, die ein Implantat erhalten hatten. Diese bewerten das Ergebnis ingesamt mit 65,5 Punkten im BRUST-Q-Fragebogen.

Auch die Gesamtbewertung der Operation fiel nach der autologen Rekonstruktion mit 82 Punkten gegenüber 74,5 Punkten nach Implantatlösung besser aus. In anderen Bereichen der Lebensqualität - einschließlich dem psychosozialen, sexuellen und körperlichen Wohlbefinden - gab es zwischen beiden Gruppen keine Unterschiede.

Ein möglicher Grund für die höhere Zufriedenheit mit dem „natürlichen“ Brustaufbau könnte das höhere Lebensalter der Patientinnen von durchschnittlich 51 Jahren gewe­sen sein, vermutet Eltahir. Die Patientinnen mit Implantat waren mit 44 Jahren jünger. In dieser Gruppe gab es auch mehr Frauen, die sich aufgrund eines genetischen Risikos präventiv für eine bilaterale Mastektomie entschieden hatten. © rme/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

9. August 2019
Phoenix/Arizona – US-Forscher haben einen Test entwickelt, der die im Blut zirkulierende DNA von Krebszellen mit hundertfach erhöhter Sensitivität nachweist. Der Test könnte einer Pilotstudie in
Brustkrebs: Bluttest könnte Erfolg einer neoadjuvanten Chemotherapie vorhersagen
8. August 2019
Research Triangle Park/North Carolina – Die Geschwister von Krebspatientinnen erkrankten in einer Kohortenstudie häufiger an Brustkrebs, wenn sie einen vermehrten Verzehr von rotem Fleisch angegeben
Kann Fleischverzehr das Brustkrebsrisiko beeinflussen?
11. Juli 2019
Paris – Erwachsene, die täglich Süßgetränke konsumieren, erkranken etwas häufiger an Krebs. Dies kam in der prospektiven NutriNet-Santé-Studie heraus, die seit 2009 mehr als 100.000 Erwachsene im
Zuckerhaltige Getränke erhöhen das Krebsrisiko
2. Juli 2019
Bethesda/Maryland – Die Radiojodtherapie, seit vielen Jahrzehnten eine als elegant und schonend eingestufte Standardbehandlung des Morbus Basedow und anderer Hyperthyreosen, könnte langfristig das
Langzeitstudie sieht Hinweise auf erhöhtes Krebsrisiko bei Radiojodtherapie
27. Juni 2019
Berlin – Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) hat unlängst erstmals einen Gentest beim Mammakarzinom in den Leistungskatalog der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) aufgenommen. Für den
Pathologen für weitergehende Gentests bei Mammakarzinom als Kassenleistung
27. Juni 2019
Bristol – In einer Beobachtungsstudie hatten Morgenmenschen ein etwas geringeres Brustkrebsrisiko als Abendmenschen. Potenziell schädlich könnte sich auch eine Schlafdauer von mehr als den empfohlenen
Morgenmenschen könnten geringeres Brustkrebsrisiko haben
20. Juni 2019
Berlin – Der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) hat heute den ersten Beschluss zum Einsatz eines Biomarkertests beim primären Mamakarzinom gefasst und somit den ersten Test dieser Art als
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER