NewsVermischtesEntscheidungs­freiheit kann therapeutische Strategien verstärken
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Entscheidungs­freiheit kann therapeutische Strategien verstärken

Freitag, 2. Januar 2015

Witten/Herdecke – Wer sich selbst zwischen verschiedenen Möglichkeiten frei entschieden hat, setzt dadurch verschiedene psychologische Mechanismen in Bewegung, die ihn in der getroffenen Entscheidung bestärken. „Wer immer weiter über eine möglicherweise falsche Entscheidung nachdenkt, ist zur Unzufriedenheit verdammt. Davor schützen wir uns unbewusst“, erläutert Ulrich Weger, Leiter des Departments für Psychologie und Psychotherapie der Universität Witten/Herdecke (UW/H).

Er fragte sich, ob dieses Prinzip auch im therapeutischen oder pädagogischen Zusammenhang wirksam eingesetzt werden könnte. „Kann etwa ein Arzt, der seinem Patienten die Möglichkeit gibt, über Behandlungsoptionen mitzuentscheiden, von diesen psychologischen Prozessen Gebrauch machen? Führt die Selbstbestärkung dazu, dass der Patient zuversichtlicher auf seine Gesundung vertraut, die Medikamente besser bei ihm wirken oder er weniger Schmerzen erleidet?“ so der Psychologe.

In einer Studie wendete seine Arbeitsgruppe das Prinzip zunächst in einem pädago­gischen Zusammenhang an: Den Probanden wurde die Wirkung dreier angeblich besonders leistungssteigernder Lebensmittel kurz beschrieben. Dann durften sie dasjenige auswählen, von dem sie meinten, es werde ihnen am besten bei dem anstehenden Gedächtnistest helfen.

Anzeige

Es folgte der Test, bei dem die Teilnehmer auf ihre Erinnerung von Wörtern geprüft wurden. Teilnehmer, welche selbst die angeblich leistungssteigernde Substanz ausgewählt hatten, schnitten in dem Gedächtnistest besser ab als Personen, welche die gleichen Substanzen nahmen, aber keine Wahlfreiheit hatten. „Wir selbst wissen in vielen Fällen am besten, was gut für uns ist. Als Arzt, Therapeut oder Pädagoge sollten wir dieses Wissen nutzen, wenn sich in dem entsprechenden Zusammenhang die Möglichkeit bietet“, so Weger. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

16. September 2019
Bochum – Medizinstudierende der Ruhr-Universität Bochum (RUB) sollen künftig psychiatrische Untersuchungsgespräche mit sogenannten Avataren üben. Sie erhalten dazu eine Virtual-Reality-Brille und
Medizinstudierende üben psychiatrische Patientengespräche mit Avataren
21. August 2019
Dresden – Das Herzzentrum des Universitätsklinikums Dresden hat ein Pilotprojekt gestartet, um Patienten besser zu informieren. Im Rahmen des Projektes übergibt die Einrichtung ihren Patienten ab
Patienten des Herzzentrums Dresden erhalten leicht verständliche Entlassbriefe
16. August 2019
Düsseldorf – Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) hat heute das berufsgruppenübergreifende Fortbildungskonzept „InterKultKom“ vorgestellt. Es soll die transkulturelle Kompetenz von Ärzten,
Fortbildungskonzept will interkulturelle Kompetenzen vermitteln
15. August 2019
Hamburg – Unter Federführung von Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) wurde in Hamburg die internationale Fachgesellschaft „International Shared Decision Making“ (ISDM)
Internationale Fachgesellschaft zur patientenzentrierten Medizin gegründet
1. August 2019
Köln – Kinder mit chronischen Erkrankungen fällt es in den Ferien durch die Unterbrechung des Alltags häufig schwer, ihre Medikation regelmäßig einzunehmen. Sie benötigen daher eine besondere
Therapietreue: Chronisch kranke Kinder benötigen in Ferienzeit Hilfestellung
10. Juli 2019
London – Menschen in Großbritannien können sich ab sofort mit medizinischen Fragen an den Sprachassistenten des Internetkonzerns Amazon wenden. Um Ärzte und Gesundheitspersonal zu entlasten, arbeitet
Britischer Nationaler Gesundheitsdienst kooperiert mit Amazons Sprachassistent
9. Juli 2019
Berlin – Um das Wissen über Impfungen ist es bei den Deutschen nicht gut bestellt. Das zeigte eine aktuelle Umfrage der Barmer. Nur jeder zweite Bundesbürger sieht sich demnach als ausreichend geimpft
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER