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Ärzteschaft

Initiativkreis sucht Ärzte für die Substitutions­therapie

Dienstag, 6. Januar 2015

dpa

München/Frankfurt/Berlin – Auf den zunehmenden Mangel an Ärzten, die opiatab­hängige Patienten mit einer Substitutionstherapie versorgen, weist der Initiativkreis Substitutionstherapie hin. Eine Kampagne soll Ärzte auf den Bedarf hinweisen und sie motivieren, an der Versorgung teilzunehmen.

„Während sich die Zahl der behandelten Substitutionspatienten in den letzten zehn Jahren nahezu verdoppelt hat und aktuell bei 77.300 Patienten liegt, stagniert die Zahl der substituierenden Ärzte bei 2.700“, heißt es auf der Internetseite des Initiativkreises. Immer mehr ältere Ärzte gingen in den Ruhestand, jüngere folgten kaum nach. So entstehe eine immer größer werdende Versorgungslücke. Besonders problematisch sei, dass der Versorgungsengpass eine Patientengruppe mit einer schweren chronischen Erkrankung treffe, die zudem mit gesellschaftlicher Ausgrenzung und Diskriminierung zu kämpfen habe.

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Der Initiativkreis hat daher neben Plakaten und Postkarten, die zur Substitutionstherapie einladen, auch ein Starterpaket für Ärzte zusammengestellt, die mit dieser Therapie beginnen wollen. Ein Netzwerk erfahrener Substitutionsmediziner kann außerdem Ärzte dabei unterstützen, die Therapie in ihren Praxisablauf zu integrieren.

„Angesichts des im Regelfall chronischen Verlaufs der Heroinabhängigkeit ist die kontrollierte Abhängigkeit in der Substitutionsbehandlung ein pragmatisches und realistisches Ziel in der Behandlung Opiatabhängiger“, erläutern Christoph von Asche­raden aus dem Vorstand der Bundesärztekammer und seine Mitautoren in einem Übersichtsbeitrag im Deutschen Ärzteblatt. Zahlreiche Untersuchungen hätten belegt, dass die Substitutionsbehandlung den Heroinkonsum und die damit unmittelbar verbundenen Risiken für Gesundheit und soziale Integration senkten.

Der „Initiativkreis Substitutionstherapie“ ist eine Initiative der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin, des Verbandes Akzept eV und der Deutschen Aids-Hilfe. Die Bundes­ärztekammer und die Drogenbeauftragte der Bundesregierung unterstützen die Initiative. © hil/aerzteblatt.de

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