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Videospielen schult die Reflexe

Mittwoch, 7. Januar 2015

dpa

Tübingen – Auch wenn Videospieler oft stundenlang bewegungslos vor dem Bildschirm verharren, mit den Augen und in bestimmten Hirnleistungen sind sie flinker als andere Menschen. Von diesen kürzeren Reaktionszeiten und schnelleren Augenbewegungen könnten sie auch außerhalb der virtuellen Welt profitieren. So berichtet es das Hertie-Institut für klinische Hirnforschung (HIH).

„Viele Actionspiele für Computer oder Konsole stellen hohe Anforderungen an Aufmerksamkeit, Konzentrationsfähigkeit und Reaktionsbereitschaft, die auf Dauer bestimmte Fähigkeiten des Gehirns trainieren“, sagt der Erstautor der Studie, David Mack. Frühere Untersuchungen hätten gezeigt, dass sich das Arbeitsgedächtnis, die Wahrnehmung von Kontrasten und die Verarbeitung sensorischer Informationen durch regelmäßiges Videospielen verbessern können.

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Gemeinsam mit Uwe Ilg, der am HIH die Arbeitsgruppe zur Okulomotorik leitet, untersucht Mack das Zusammenspiel von Gehirn und Augenbewegungen. Um die Auswirkungen des Videospielens zu beurteilen, haben die beiden Neurowissenschaftler eine einfache Versuchsanordnung aufgebaut: Ihre Probanden saßen vor einem Bildschirm, auf dem in kurzen Abständen Punkte aufleuchteten. In einem ersten Test mussten die Probanden so schnell wie möglich zwei Punkten mit dem Blick folgen, wobei sie in der Regel ruckartige Bewegungen, sogenannte Sakkaden ausführten. In einem zweiten Test sollen die Probanden beim Aufleuchten eines Punktes absichtlich in die entgegengesetzte Richtung schauen. Ilg und Mack bezeichnen dies als „Anti-Sakkaden“.

Die Auswertung der Ergebnisse zeigte, dass Spieler in beiden Tests schneller reagierten als die Kontrollgruppe mit weniger oder keiner Spielerfahrung an Rechner oder Konsole. Videospieler besäßen ein besseres visuell-motorisches System, schließt Mack aus den Ergebnissen. „Viele Menschen denken, dass Videospiele Kinder hektisch und zappelig machen und eine verminderte Impulskontrolle eher zu fehlerhaften Handlungen verleitet. Unsere Ergebnisse zeigen das Gegenteil“, so der Neurowissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

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