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Medizin

Übergewichtige Herzin­suffizienz-Patienten leben länger

Donnerstag, 8. Januar 2015

Houston – Patienten, die an einer Herzinsuffizienz leiden und übergewichtig sind, leben länger als normalgewichtige Insuffizienz-Patienten. Zu diesem Schluss kommt die Arbeitsgruppe um Anita Deswal am Baylor College of Medicine, Houston. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse im Journal of the American College of Cardiology (http://dx.doi.org/10.1016/j.jacc.2014.09.067).

Das sogenannte Adipositas-Paradoxon beschreibt das Phänomen, das bei einigen chronischen Erkrankungen Übergewicht scheinbar einen Überlebensvorteil für die Patienten bietet. So zeigen beispielsweise Patienten, die an Diabetes erkranken und zum Diagnosezeitpunkt übergewichtig sind, laut den Autoren bessere Überlebensraten als Patienten, die bei Diagnose normalgewichtig sind.

Da Übergewicht jedoch andererseits ein wesentlicher Risikofaktor für viele chronische Erkrankungen ist und Patienten oft von einer Gewichtsreduktion profitieren, sind die Hintergründe dieser statistischen Beobachtung weitestgehend unbekannt. Einige Arbeitsgruppen konnten diesen Zusammenhang für kurze Zeiträumen auch bei Patienten mit Herzversagen oder chronischer Herzinsuffizienz nachweisen. Die Arbeitsgruppe wollte mit ihrer Studie untersuchen, ob dieser Überlebensvorteil auch für längere Zeiträume und bei vorbestehendem Übergewicht gilt.

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1.487 Patienten der ARIC-Studie (Atherosclerosis Risk In Communities) schlossen die Wissenschaftler in ihre Auswertung ein. Sie erfassten den Body-Mass-Index (BMI) der Patienten mindestens sechs Monate vor Diagnose der Herzinsuffizienz. Dabei unter­schieden sie zwischen normalgewichtigen (BMI 18,5- 25 kg/m²), übergewichtigen (BMI 25-30 kg/m²) und fettleibigen (BMI ab 30 kg/m²) Patienten. 35 Prozent der untersuchten Patienten hatten Übergewicht und 47 Prozent wurden von den Wissenschaftlern als fettleibig eingestuft.

Im Verlaufe des zehnjährigen Beobachtungszeitraumes starben 43 Prozent der Patien­ten. Verglichen mit den normalgewichtigen Patienten sank das Sterberisiko bei Übergewicht um 28 Prozent und bei Fettleibigkeit um 30 Prozent. Dieser Zusammenhang war bei den Patienten unabhängig von einer vorbestehenden Krebs- oder Diabe­teserkrankungen oder dem Raucherstatus der Teilnehmer.

Im Falle einer chronischen Herzinsuffizienz konnten die Forscher für vorbestehendes Übergewicht einen Überlebensvorteil nachweisen. Ob möglicherweise ein Idealgewicht existiert, welches auch als Ansatzpunkt für Interventionen dienen könnte, sei jedoch durch die Studie nicht zu beantworten. Möglicherweise könnte sich die Erkrankung bei Übergewichtigen lediglich früher manifestieren und so den Überlebensvorteil erklären, vermuten die Autoren. © hil/aerzteblatt.de

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