Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

USA: Schutz elektronischer Gesundheitsdaten von Jugendlichen verbessern

Donnerstag, 8. Januar 2015

dpa

New York – Eltern sollten nicht per se die elektronisch gespeicherten Gesundheitsdaten von Jugendlichen einsehen können. Ronald Bayer, John Santelli und Robert Klitzman von der Mailman School of Public Health diskutieren in JAMA über neue Datenschutz­fragen, die mit der Errichtung elektronischer Datenbanken für Patienten einhergehen (doi doi:10.1001/jama.2014.15391).

In den USA werden Gesundheitsdaten von Patienten häufig in Form großer elektro­nischer Datenbanken gespeichert und können von den Patienten auf Internetportalen abgerufen werden. Dies soll dazu beitragen, dass Patienten eine bessere Übersicht über ihre medizinischen Daten erhalten und den Informationsaustausch zwischen Ärzten vereinfachen.

Grundsätzlich können Jugendliche medizinische Hilfe ohne Wissen der Eltern in Anspruch nehmen
In vielen Staaten ist es Eltern erlaubt, die Daten ihrer Kinder bis zum 18. Lebensjahr einzusehen. Das ist laut den Autoren des JAMA-Beitrags problematisch. „Sollte es Eltern erlaubt sein, medizinische Daten ihrer Kinder bezüglich Drogenmissbrauch, Schwanger­schaft oder sexuell übertragbaren Krankheiten einsehen zu können?“ fragen sie.

Jugendliche in den USA können grundsätzlich eine medizinische Versorgung zu gesund­heitlich empfindlichen Themen in Anspruch nehmen, ohne dass Eltern hierüber informiert werden müssen. Mit der Einführung elektronischer Datensysteme verkompliziert sich diese Situation jedoch. Zentral zusammengeführte Daten würden undifferenziert in Bezug auf ihren Inhalt gesammelt und stünden dann auch den Eltern zur Verfügung, so die Wissenschaftler.

Persönlichkeitsrecht von Jugendlichen auch gegenüber den Eltern beachten
Sie betonen, dass es nicht darum gehe, künstlich Kommunikationsbarrieren zwischen Eltern und ihrem Nachwuchs zu schaffen. Aber neben dem Persönlichkeitsrecht der Jugendlichen könnte der freie Zugang zu den Daten diese davon abhalten, medizinisch notwendige Untersuchungen in Anspruch zu nehmen. Auch die Zahlung von Rech­nungen, die durch Versicherungen beglichen werden müssen, könnten für Jugendliche zusätzliche Hürden bedeuten.

Für Eltern gelte der Datenschutz jedoch ebenso: Auch sie müssten sich auf den Schutz ihrer Daten verlassen können, heißt es einer Stellungname der Society for Adolescent Health and Medicine. Die Persönlichkeitsrechte der Eltern seien hier höher anzusehen, als die möglichen Folgen für die Kinder, zumal das wahre Risiko für die Nachkommen durch die Einnahme bestimmter Medikamente oder durch Substanzmissbrauch oft nur schwer abschätzbar sei. Allerdings müsse es Ausnahmeregelungen für den Datenschutz geben, zum Beispiel bei akuten und lebensbedrohlichen Erkrankungen, meinen die Wissenschaftler. © hil/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

24.05.17
Gesundheits­telematik: Weichenstellungen für die Zukunft
Freiburg – Mit großer Mehrheit hat sich der 120. Deutsche Ärztetag in vielen Entschließungsanträgen für eine aktive Mitgestaltung bei der Einführung und Nutzung digitaler Technologien im......
24.05.17
Rostock – Die Digitalisierung in der deutschen Medizinbranche könnte durch ein Pilotprojekt der Universitätsmedizin Rostock einen Schub erhalten. Zusammen mit Siemens Healthcare werde gerade ein......
23.05.17
Mainz – Die Ärzte sollten nach Ansicht der Techniker Krankenkasse (TK) Rheinland-Pfalz die Möglichkeit für mehr Fernbehandlungen per Internet bekommen. Bisher schließe die Musterberufsordnung eine......
22.05.17
KBV konkretisiert Forderungen für den Bundestagswahlkampf
Freiburg – In der ersten Vertreterversammlung (VV) der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) nach der Wahl der Vorsitzenden und des KBV-Vorstandes verabschiedeten die Delegierten einen......
22.05.17
KBV will Chancen der Digitalisierung sinnvoll nutzen
Freiburg – Als einmalige Datenautobahn für mehr als 100.000 Nutzer schafft das Sichere Netz der Kassenärztlichen Vereinigungen (SNK) beste Voraussetzungen für den digitalen Wandel im Gesundheitswesen.......
22.05.17
Hamm – Angesichts der Inflation von psychologischen Beratungsangeboten im Internet will der Berufsverband Deutscher Psychologen (BDP) ein Gütesiegel einführen. Dieses solle die Nutzer über die......
22.05.17
Berlin – Die Ärzteschaft darf sich den Möglichkeiten der Digitalisierung nicht länger verschließen. Das hat Peter Bobbert, Bundesvorstandsmitglied des Marburger Bundes, in einem aktuellen......
VG Wort

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige