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Medikamente oft Auslöser von gastroösophagealen Refluxen

Montag, 12. Januar 2015

Berlin – Verschiedene Medikamente können den unangenehmen Übertritt von Säure aus dem Magen in die Speiseröhre verursachen oder fördern. Die Folge sind Sodbrennen, Brennen im Rachen und saures Aufstoßen. Die Refluxkrankheit kann die Speiseröhre schädigen. Sogar Ösophagealkarzinome können eine Folge sein. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) in ihrer aktualisierten Leitlinie „Gastroösophageale Refluxkrankheit“ hin.

„Die Erkrankung sollte behandelt werden, wenn die Symptome ein- bis zweimal in der Woche auftreten und der Patient sich hierdurch in seiner Lebensqualität beeinträchtigt fühlt“, erklärt der Leitlinienkoordinator Wolfgang Schepp, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Gastroenterologische Onkologie am Klinikum Bogenhausen in München. Mit Hilfe von Protonenpumpenhemmern sei die Erkrankung in der Regel wirksam zu behandeln. Bestehen die Refluxbeschwerden über mehrere Jahre hinweg, sollte ein Gastroenterologe die Schleimhaut der Speiseröhre mit Hilfe eines Endoskops untersuchen, so die Empfehlung der Leitlinie.

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Bei der Diagnostik ist laut der Leitlinie die Medikamentenanamnese besonders wichtig. „Als Auslöser der Beschwerden können vor allem Arzneimittel in Frage kommen, die zu einer Entspannung des unteren Speiseröhrenschließmuskels führen und dadurch den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre begünstigen“, erklärt Stephan Miehlke vom Magen-Darm-Zentrum in Hamburg-Eppendorf.

In Betracht kommen zum Beispiel Medikamente zur Behandlung von Bluthochdruck, koronarer Herzerkrankung, Asthma und Harninkontinenz sowie Östrogenpräparate zur Hormontherapie und Psychopharmaka mit angstlösender Wirkung. Auch manche Schmerz- und Rheumamittel sowie Medikamente zur Behandlung von Osteoporose, Eisenmangel und einige Antibiotika verursachen mitunter Sodbrennen, ebenso die nichtsteroidalen Antirheumatika.

Wichtig sei, dass Arzt und Patient im Blick hätten, welche Mittel der Patient einnehme, empfiehlt Miehlke. „Selbstverständlich sollten vom Arzt verschriebene Medikamente nicht einfach abgesetzt werden. Doch für das ein oder andere Präparat gibt es besser verträgliche Alternativen“, so der DGVS-Experte.

© hil/aerzteblatt.de

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