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Politik

„Pille danach“ wird doppelt so häufig verordnet wie vor zehn Jahren

Dienstag, 13. Januar 2015

Berlin – Seit 2004 hat sich die Anzahl der von Apotheken abgegebenen Packungen der Pille danach mehr als verdoppelt. Waren es vor elf Jahren noch 236.000 Packungen, so waren es 488.000 im Jahr 2013. Das haben Analysen des Statistikdienstleisters IMS Health ergeben. Noch wird dabei der Wirkstoff Levonorgestrel (248.000 Packungen) häufiger als der neuere Wirkstoff Ulipristalacetat (240.000 Packungen) verordnet. Dies könnte sich jedoch bald ändern.

Im Vergleich zum Vorjahr wuchsen die Abgaben von Ulipristalacetat-Pillen um 56,7 Prozent, während die Abgaben von Levonorgestrel um 15,6 Prozent zurückgingen. Grund dafür könnte sein, dass Ulipristalacetat von der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin und dem Berufsverband der Frauenärzte im Februar 2013 zur neuen Standardmethode für die Notfallkontrazeption erklärt wurde, mutmaßt IMS Health.

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Auch der Anteil der gynäkologischen Praxen, die die Pille danach verordnen, ist seit 2004 deutlich gestiegen: von 39 Prozent im Jahr 2004 auf 99 Prozent im Jahr 2013. Dies ergab eine Stichprobe in 99 gynäkologischen Praxen. Der Anteil der Nutzerinnen der Pille danach stieg zudem von 0,6 Prozent in 2004 auf 3,9 Prozent in 2013. So gab es 2004 elf Patientinnen mit einer Notfallverhütungsverordnung pro gynäkologischer Praxis. Bis 2013 stieg die Zahl auf 30 Patientinnen pro Praxis.

Darüber hinaus zeigte die Analyse, dass es sich bei der Pille danach wirklich um ein Notfallkontrazeptivum handelt. Zwischen 2004 und 2013 erhielten Patientinnen, denen eine Pille danach verordnet wurde, im Durchschnitt 1,1 Verordnungen pro Jahr.

In der vergangenen Woche hat die Europäische Kommission entschieden, dass Ulipristalacetat, verkauft unter dem Namen EllaOne, künftig in Europa rezeptfrei in Apotheken zu erhalten sein wird. Das Bundesgesundheitsministerium hat umgehend angekündigt, dieser Entscheidung folgen zu wollen, und zudem auch Levonorgestrel, erhältlich unter dem Namen PiDaNA,  rezeptfrei in Apotheken zugänglich zu machen. Zuvor hatte sich die Bundesregierung, und auch die deutsche Ärzteschaft, dagegen gewandt, Notfallkontrazeptiva aus der Rezeptpflicht zu entlassen. © fos/aerzteblatt.de

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