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Medizin

Beratungsgespräche für Kopfschmerzpatienten nehmen in USA ab

Dienstag, 13. Januar 2015

dpa

Boston – In der diagnostischen Abklärung und Behandlung von Kopfschmerzer­kran­kungen hat der Einsatz bildgebender Verfahren zugenommen, während Bera­tungs­gespräche zum Lebensstil eher abnehmen. Diesen Trend in den USA kritisieren Forscher um Bruce Landon am Beth Israel Deaconess Medical Center. Die Ergebnisse ihrer entsprechenden Untersuchung veröffentlichten sie im Journal of General Internal Medicine (http://dx.doi.org/10.1007/s11606-014-3107-3 ).

Primäre Kopfschmerzerkrankungen wie Migräne und Spannungskopfschmerzen können neben der richtigen Medikation wesentlich durch Lebensstilveränderungen beeinflusst werden. Sport, Stressbewältigung oder Nikotinkarenz sind Beispiele für wirksame Ansatz­punkte. Im Rahmen von Beratungsgesprächen können behandelnde Ärzte diese Mög­lich­­keiten mit den Patienten besprechen. Wissenschaftler der Universität München konnte nachweisen, dass beispielsweise bei Kindern und Jugendlichen die Aufklärung über die Entstehung von Kopfschmerzerkrankungen die Zahl der Kopfschmerzepisoden signifikant reduzieren konnte (doi:10.1111/ene.12558).

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In der Diagnostik ist laut der Deutschen Gesellschaft für Migräne und Kopfschmerzen bei atypischen, Verdacht auf sekundären oder Kopfschmerzen mit fokal neurologischer Symptomatik eine Bildgebung indiziert, während die Diagnose von Migräne und Spannungs­kopfschmerzen oft ohne apparative Zusatzdiagnostik möglich ist.

Die Forscher der Studie wollten mit Hilfe ihrer Studie die Trends in Diagnostik und Therapie von Kopfschmerzerkrankungen analysieren. Sie untersuchten Daten der National Ambulatory Medical Care Studie und der National Hospital Ambulatory Medical Care Studie aus, die zwischen 1999 und 2010 mehr als 9.000 Arztkonsultationen für primäre Kopfschmerzerkrankungen auswerteten.

Dreiviertel aller Patienten waren Frauen, ihr mittleres Alter betrug 46 Jahre. Im ana­lysierten Zeitraum stieg der Einsatz von MRT und CT von 6,7 Prozent auf 13,9 Prozent. Die Häufigkeit von Beratungsgesprächen nahm hingegen von 23,5 Prozent auf 18,5 Prozent ab. Der Einsatz präventiver Medikamente stieg von 8,5 Prozent auf 15,9 Prozent. Diese Trends zeigten sich bei Migräne und bei Nicht-Migräne-Kopfschmerzen sowie bei akuten und chronischen Kopfschmerzpatienten. Allgemeinärzte tendierten weniger häufig zu einer bildgebenden Zusatzdiagnostik (OR=0,56).

Die Forscher halten die beobachteten Trends für problematisch. Neben den wirtschaft­lichen und medizinischen Folgen, die durch den Übergebrauch bildgebender Verfahren entstünden, seien Beratungsgespräche günstiger und zielführender für die Behandlung primärer Kopfschmerzerkrankungen. © hil/aerzteblatt.de

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