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Politik

Arzneimittel­information: „Sauberes Wissen“ als Herausforderung

Dienstag, 13. Januar 2015

Köln – Mit aktiver Arzneimittelinformation entstehe neues Wissen, betonte Cornelia Vetter-Kerkhoff, Kongressleiterin des 4. Kongresses für Arzneimittelinformation bei der Eröffnung am 9. Januar in Köln. Mit individualisiert auf die Bedürfnisse des einzelnen Patienten abgestimmter Information beraten und unterstützen Apotheker im Kranken­haus und im ambulanten Bereich Ärzte und Pflegende. Der dadurch erreichte Nutzen und generiertes Wissen konnte in Studien belegt werden.

Arzneimittelinformation: Experten fordern „sauberes“ Wissen

Evidenzbasiert und patientenzentriert soll die Arzneimittelversorgung sein. Die Herausforderungen auf dem Weg dahin sind groß. Verschiedene Akteure im Gesundheitswesen suchen nach Wegen, wie man zu weniger Nebenwirkungen, weniger Medikationsfehlern, weniger arzneimittelbezogenen Problemen und damit auch weniger Krankenhausaufnahmen kommen kann

Gleichzeitig gibt es auf dem Weg zu patientenzentrierter und evidenzbasierter Arznei­mittelversorgung viele Herausforderungen: „Sauberes“ Wissen sei die wichtigste Ressource für Gesundheit, erklärte Günther Jonitz, Präsident der Ärztekammer Berlin. Vieles an Wissen komme aber zu langsam in die Praxis und in die Leitlinien, viele Forschungsergebnisse würden missverständlich vermittelt, andere unvollständig oder vorschnell veröffentlicht, bemängelte er.

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Nach wie vor würden weltweit 50 Prozent der wissenschaftlichen Studien nicht publiziert, kritisierte Gerd Antes, Direktor des Deutschen Cochrane Zentrums. Das führe zu einer Schieflage, die sich beim Transfer von der Forschung in die Praxis bis hinein in die klinischen Leitlinien und die Patienteninformation „irreparabel“ fortsetze. Antes forderte eine Gesamtstrategie „Wissen in der Medizin“.

Wolf-Dieter Ludwig, der Vorsitzender der Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft, verwies auf die vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Aktionspläne Arznei­mittel­therapie­sicherheit (AMTS), die zahlreiche Maßnahmen und Forschungsprojekte  zur Verbesserung des Medikationsprozesses enthalten.

Ein wesentlicher Schwerpunkt des aktuellen dritten Aktionsplans AMTS sei die Verbesserung der Informationen für Fachkreise und für Patienten. Ein Beispiel hierfür sei der bundeseinheitliche Medikationsplan, der derzeit in einem Modellprojekt in Sachsen/Thüringen getestet werde.

© KBr/aerzteblatt.de

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