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Medizin

Asthma erhöht Risiko auf Schlafapnoe-Syndrom

Mittwoch, 14. Januar 2015

dpa

Madison - Asthma-Patienten erkranken häufiger als andere Menschen an einem obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom. Dies zeigen die Ergebnisse einer prospektiven Beobachtungsstudie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2015; 313: 156-164).

Es war bekannt, dass Asthma-Patienten häufiger als andere Menschen unter einem obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom (OSA) leiden, das die Atembeschwerden der Patienten verschlechtern kann. Unklar war bisher, ob die Asthmaerkrankung dem OSA vorausgeht, oder ob das Asthma eine Komplikation der OSA ist.

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Mihaela Teodorescu von der Wisconsin School of Medicine and Public Health in Madison hat deshalb die Daten der Wisconsin Sleep Cohort ausgewertet. Es handelt sich um eine Gruppe von Staatsangestellten, die seit 1988 alle vier Jahre eine Nacht im Schlaflabor verbringen, wo die Diagnose OSA mittels einer Polysomnographie gestellt werden kann. Eine OSA liegt vor, wenn die Patienten im Schlaf mehr als fünf Atemaussetzer pro Stunde haben.

Teodorescu beschränkte die Analyse auf 547 Teilnehmer, die bei der ersten Nacht im Schlaflabor noch nicht an einem OSA litten. Darunter waren 81 Patienten mit einer Asthmaerkrankung. Von ihnen erkrankten später 22 Teilnehmer oder 27 Prozent an einem OSA. Von den 466 Teilnehmern ohne Asthma erkrankten dagegen nur 75 oder 17 Prozent im Verlauf der weiteren Jahre an einem OSA.

Teodorescu errechnet ein relatives Risiko von 1,39. Bei einem 95-Prozent-Konfidenz­intervall von 1,06-1,82 ist eine Asthmaerkrankung damit ein signifikanter Risikofaktor für die spätere Entwicklung eines OSA. Asthma scheint dabei insbesondere schwere Verlaufsformen des OSA zu begünstigen. Für Patienten mit OSA, die über eine Tagesmüdigkeit klagen, ermittelte Teodorescu ein relatives Risiko von 2,72 (1,26-5,89).

Für eine kausale Beziehung spricht, dass das Risiko auf eine OSA mit der Dauer der Asthmaerkrankung zunimmt. Laut Teodorescu steigt das Risiko alle 5 Jahre um 7 Prozent (um 18 Prozent auf eine OSA mit Tagesmüdigkeit). Als mögliche Erklärung bietet sich eine Verengung der Atemwege im Bereich des Rachens oder die chronische Entzündung an, die zu einer Schwächung der oberen Atemwege führen könnte.

Zwischen dem Beginn der Asthmaerkrankung und der Manifestation des OSA liegen in der Regel Jahrzehnte. Teodorescu schlägt deshalb weitere Studien vor, um die Zusammenhänge zwischen den Erkrankungen besser zu verstehen. Den Ärzten rät sie, bei Asthmapatienten frühzeitig auf Störungen der nächtlichen Atmung zu achten, da ein OSA sich in der Regel ungünstig auf den weiteren Verlauf der Asthmaerkrankung auswirke.

© rme/aerzteblatt.de

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