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Weigeldt zu E-Health-Gesetz­entwurf: „Es soll vorangehen“

Donnerstag, 15. Januar 2015

Berlin – Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbands (HÄV), hat die Vorlage eines E-Health-Gesetzentwurfs begrüßt. „In diesem Bereich Druck zu machen, kann nicht falsch sein“, betonte er heute in Berlin. „Der Wille der Politik ist zu erkennen, dass es vorangehen soll.“ Mit den Vorgaben zur Rolle der Hausärzte beim einheitlichen Medikationsplan zeigte sich Weigeldt zufrieden: Es müsse aber sichergestellt sein, dass alle verordnenden Fachärzte tatsächlich den Hausarzt über die verschriebenen Medikamente informierten, forderte der HÄV-Bundesvorsitzende.

Der E-Health-Referentenentwurf sieht vor, dass Patientinnen und Patienten, die mindestens fünf verordnete Medikamente einnehmen, Anspruch auf einen einheitlichen Medikationsplan in Papierform haben. Diesen soll ihr Hausarzt ausstellen. Dadurch soll die Arzneimittelsicherheit erhöht werden. „Zur besseren Aktualisierbarkeit ist zusätzlich ein elektronischer Medikationsplan vorgesehen“, heißt es weiter. „Der Hausarzt hat den Medikationsplan zu aktualisieren, sobald er die Medikation ändert oder er Kenntnis davon erlangt, dass eine anderweitige Änderung der Medikation eingetreten ist.“

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Weigeldt geht davon aus, dass die notwendigen Informationen für den Plan zwischen Ärzten auf elektronischem Weg fließen werden. Für manche Patienten, vor allem ältere, sein ein Papierausdruck aber sinnvoll, ergänzte er.

VSG: Hausärztliche Versorgung wird unterstützt wie nie zuvor
Anerkennende Worte fand er auch für den Entwurf des Versorgungsstärkungsgesetzes (VSG). „Es ist vieles darin enthalten, das wir seit langem so haben wollten“, urteilte Weigeldt. Die hausärztliche Versorgung werde durch verschiedene Vorgaben „so unterstützt, wie wir es in dieser Breite vorher nicht hatten“. Der HÄV ist unter anderem zufrieden damit, dass sich nun auch Fachärzte für Allgemeinmedizin in einem Medizinischen Versorgungszentrum zusammenschließen können.

Weigeldt plädierte grundsätzlich dafür, angestellte Ärzte im System der Kassenärztlichen Vereinigungen nicht zu benachteiligen und für ihre angemessene Repräsentation zu sorgen, beispielsweise in Form von eigenen Beratenden Fachausschüssen, wie es das VSG ebenfalls vorsieht. Er ließ jedoch durchblicken, dass er Angestelltenverhältnisse in Arztpraxen individuell eher für eine Zwischenlösung hält: Ärztinnen und Ärzte mit etlichen Jahren Berufserfahrung in Praxen wollen seiner Einschätzung nach lieber selbstständig arbeiten, statt sich in hierarchischen Strukturen einzuordnen.

„Was uns auch helfen wird, ist die Förderung der Weiterbildung“, sagte Weigeldt. „Es ist nicht die ganz große Lösung geworden, aber es ist ein großer Schritt.“ Damit meinte der HÄV-Vorsitzende die Erhöhung der Fördersummen und die Möglichkeit, Fördermittel für eine Region bei Bedarf auch für eine andere vorzusehen.

Hausarztverträge: Knapp 3,7 Millionen Patienten sind eingeschrieben
Mit der Entwicklung der Einschreibung in Hausarztverträge ist Weigeldt zufrieden. Ende 2014 hatten sich knapp 3,7 Millionen Patientinnen und Patienten dafür entschieden. Anfang des Vorjahres waren es 3,2 Millionen. Das sind etwas mehr als fünf Prozent aller Versicherten. Auf Seiten der Hausärzte beteiligen sich mittlerweile etwa 16.500 an Haus­arztverträgen, also etwa ein Drittel. Am höchsten ist die Beteiligung nach wie vor in Baden-Württemberg und Bayern. Dort leben 3,1 Millionen eingeschriebene Patienten. © Rie/aerzteblatt.de

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