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Medizin

Lisdexamfetamin: ADHS-Medikament wirkt bei Binge-Eating-Störung

Donnerstag, 15. Januar 2015

Cincinnati – Das Amphetaminderivat Lisdexamfetamin, das seit 2013 als Reservemittel zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung ADHS zugelassen ist, hat in einer randomisierten Studie in JAMA Psychiatry (2015; doi: 10.1001/jamapsychiatry.2014.2162) bei erwachsenen Patienten mit Binge-Eating-Störung die Zahl der Essattacken gesenkt.

Die Binge-Eating-Störung (BED) ist durch wiederkehrende Episoden einer übermäßigen Nahrungsaufnahme gekennzeichnet. Der Kontrollverlust über das Essverhalten und die zwangsläufige Gewichtszunahme werden von den Patienten als psychische Belastung erlebt. Psychotherapien wie die kognitive Verhaltenstherapie sind zwar häufig erfolgreich, die langwierige Behandlung steht jedoch nur wenigen Patienten zur Verfügung, so dass eine medikamentöse Therapie von vielen Patienten begrüßt würde.

Ein Team um Susan McElroy vom Lindner Center of HOPE, einem Behandlungszentrum in Mason bei Cincinnati, hat in einer randomisierten Studie die Wirkung von Lisdexam­fetamin erkundet. An der Studie nahmen 259 Erwachsene mit BED teil, die mit Lisdexam­fetamin in der Dosierung von 30, 50 oder 70 mg/die oder mit Placebo behandelt wurden.

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Unter den beiden höheren Dosierungen kam es McElroy zufolge zu einem signifikanten Rückgang der Tage mit einer unkontrollierten Nahrungsaufnahme. Unter der 50mg-Ta­ges­dosis bleiben 42,2 Prozent der Patienten, unter der 70mg-Tagesdosis sogar 50 Prozent der Patienten über vier Wochen ohne Essattacken.

Im Placebo-Arm erreichten nur 21,3 Prozent dieses Ziel. Der Erfolg der Therapie zeigte sich auch in einer größeren Gewichtsabnahme um fast 5 Kilogramm unter der Therapie mit Lisdexamfetamin. Im Placebo-Arm hatten die Patienten während der 11-wöchigen Therapie dagegen nicht abgenommen.

Der Hersteller Shire lässt die Wirksamkeit derzeit in einer Phase III-Studie an 413 Patienten mit BED prüfen. Sollten sich die Ergebnisse bestätigen und sich Lisdexam­fetamin als sicher erweisen, könnte erstmals eine medikamentöse Therapie der Essstörung zur Verfügung stehen. © rme/aerzteblatt.de

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