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Ärzteschaft

Baden-Württemberg: Neu strukturierter Notfalldienst kommt an

Freitag, 16. Januar 2015

Stuttgart – Die neue Struktur im ärztlichen Notfalldienst in Baden-Württemberg hat sich bewährt. Diese positive Bilanz haben die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) und die Krankenkassen ein Jahr nach Inkrafttreten der Reform gezogen.

„Mit der Reform des ärztlichen Bereitschaftsdienstes haben die Patienten heute am Wochenende und an den Feiertagen in allen Stadt- und Landkreisen bis auf Tübingen 114 zentrale Notfallpraxen als Anlaufstellen“, erklärte KVBW-Vize Johannes Fechner. Das bringe für alle Beteiligten Vorteile mit sich. „Durch die festen Anlaufstellen müssen die Patienten nicht mehr recherchieren, welcher Arzt Bereitschaftsdienst hat, sie können ohne Voranmeldung in eine der Notfallpraxen kommen und werden dort versorgt“, so Fechner.

Auch die längeren Anfahrtswege hätten sich nicht negativ ausgewirkt. „Wir gewähr­leisten, dass die Patienten in Baden-Württemberg innerhalb von etwa 30 Minuten eine Notfallpraxis erreichen“, so der KVBW-Vize. Nach Fechners Worten ist die Zufriedenheit unter den Patienten hoch: „Wir haben im Oktober unter den Patienten eine Umfrage durchgeführt und besonders freut es uns, dass die Freundlichkeit des Personals und die Behandlung durch die Ärzte hervorragend benotet wurden“, verwies er.

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Aber nicht nur für die Patienten, auch für die Ärzte und die Krankenhäuser habe die Reform große Vorteile mit sich gebracht: „Durch die Reform haben wir erreicht, dass die Ärzte nicht mehr als sieben Dienste im Jahr leisten müssen“, so Fechner. In vielen Bezirken sei das eine drastische Reduzierung, da sie vorher teilweise mehr als 50 Dienste im Jahr hatten.

Nach Fechners Worten hat das Projekt für die KVBW richtungsweisende Bedeutung. Es sei das größte Projekt, das die KVBW bislang durchgeführt hat. „Wir sind dadurch zentraler Dienstleister für unsere Mitglieder geworden, denn fast alle neu gegründeten Notfallpraxen sind in der Trägerschaft der KVBW, die damit sowohl das Personal als auch die Räumlichkeiten und die Ausstattung stellt“, erklärte der KVBW-Vize. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #672734
isnydoc
am Sonntag, 15. Februar 2015, 23:05

KVBW denkt zuerst an sich

und an den Erhalt des existentiellen "Sicherstellungsauftrages", der nun nach Jahrzehnten - seltsamerweise mit dem Einverständnis der Mehrheit der Ver­tre­ter­ver­samm­lung, MEDI-dominiert übrigens! - so verdreht wird, dass sogar die Ärzte ihre eigenen Notfalldienste finanzieren. Man versuche das einmal in anderen Bereichen wie Polizei, Feuerwehr, Krankenhaus ...
Es ist unglaublich, aber wohl sehr "deutsch" und dem "bewährten System" geschuldet.
Avatar #110206
kairoprax
am Freitag, 16. Januar 2015, 23:46

Die KVBW hat eine merkwürdige Vorstellung von Bewertung


Festzuhalten ist, daß Tübingen wohl der einzige baden-württembergische Bezirk ist, in dem die Patienten noch wohnortnah versorgt werden.
Wo die Ärzte noch ihre Patienten kennen und die Patienten die Ärzte, wo es keine 30 oder gar 60 Minuten Wartezeit gibt, wie hier im Ortenaukreis.

Das soll sich nach dem Willen des Vizepräsidenten der KVBW rasch ändern.
Es wäre ja auch unerträglich, wenn es einen funktionierenden Bezirk gäbe, auf den alle anderen Bezirks schauen könnten.

Daß die Krankenkassen das System loben, ist selbstredend, denn den Notfalldienst bezahlen die baden-württembergischen Ärzte fast ausschließlich aus ihrem eigenen Honorartopf. Außerdem machen sie weniuger Dienste im Jahr, was dem Einkommen in Form eines Minuswachstums zu Gute kommt.

Und die landesweiten Proteste hat Herr Fechner, egal wo sie auch im Land aufgetreten sind, stets als kleine gallische Dörfer bezeichnet, die sich seinem einigen Römischen Reich noch widersetzen.

Wenn man wirklich wissen will, wie schlecht diese Reform ist, müßte man ein unabhängiges Unternehmen damit beauftragen, eine repräsentative Zahl von Ärzten und Patienten im Land zu befragen.

Einfacher ist es natürlich, eine Presseerklärung abzugeben, in der man sich für angekommen erklärt. Und das Deutsche Ärzteblatt veröffentlicht das auch noch.
Schade angesichts so wenig kritischer Distanz.

Dr.Karlheinz Bayer,
der etwas dafür geben würde, wenn seine Praxis in Tübingen wäre ... jedenfalls so lange wie Fechners Hand sich nicht auch noch auf diese letzte Bastion besserer Medizin setzt.
LNS

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