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Medizin

Social Freezing: Eizellen als Fruchtbar­keitsreserve sind kritisch abzuwägen

Sonntag, 18. Januar 2015

Köln – Seit Apple und Facebook ihren Angestellten anbietet, das Einfrieren ihre Eizellen zu bezahlen, wird das sogenannte Social Freezing – das Lagern einer Fruchtbarkeits­reserve ohne medizinische Gründe - hitzig diskutiert. Auch wenn bei der Debatte meist moralische und soziale Aspekte im Vordergrund stehen, müssen die medizinischen Folgen beachtet werden. Michael von Wolff et al. zeigen in ihrer aktuellen Übersicht im Deutschen Ärzteblatt (Dtsch Arztebl Int 2015; 112: 27-32), was vor dem Anlegen einer Fertilitätsreserve zu beachten ist und kritisch überdacht werden sollte.

Vorteil des Social Freezings ist vor allem das mehrjährige Verschieben eines Kinder­wunsches. Nachteil ist neben den Kosten das hohe Risiko einer Mehrlings­schwanger­schaft bei einer künstlichen Befruchtung. Die geschätzte Erfolgschance, dass es durch eine solche In-vitro-Fertilisation zu einer Geburt kommt, liegt bei bis zu 40 Prozent der Frauen unter 35 Jahren, ab einem Alter von 40 allerdings nur noch bei 15 Prozent.

Anlage einer Fertilitätsreserve bei nichtmedizinischen Indikationen: Kontrovers diskutiert, aber zunehmend praktiziert

Die Fortschritte der Reproduktionsmedizin und -biologie erlauben inzwischen eine Gonadotropin-Stimulation, um Oozyten bei nur minimalem Risiko einer Überstimulation ( 2,5 Millionen Geburten ein signifikant höherer Anteil von Kindern mit Autismus (OR: 1,14; 95-%-KI: 0,94–1,39) und einer mentalen Retardierung (OR: 1,18; 95-%-KI: 1,01–1,36) nach einer IVF-Schwangerschaft

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Darüber hinaus kommt es bei Frauen über 40 eher zu Schwangerschaftserkrankungen wie Schwangerschaftsintoxikation oder –diabetes. Die Autoren empfehlen deshalb, die realistischen Erfolgschancen eines Social Freezings, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die Risiken für Mutter und Kind kritisch abzuwägen. © mei/aerzteblatt.de

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