NewsAuslandFortschritte beim Kampf gegen Ebola – aber keine Entwarnung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ausland

Fortschritte beim Kampf gegen Ebola – aber keine Entwarnung

Montag, 19. Januar 2015

Brüssel/Osnabrück – Trotz der Erfolge im Kampf gegen Ebola sieht der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Rudolf Seiters, die Gefahr durch das Virus noch nicht gebannt. Die massive Hilfe im Kampf gegen die Seuche wirke, sagte der DRK-Präsident der Neuen Osnabrücker Zeitung vom Samstag. Das Rote Kreuz sei in Sierra Leone und Liberia aber auf einen Einsatz mindestens bis Mitte des Jahres vorbereitet. Er betonte, solange es Erkrankungen gebe und „das Ziel von null Neuinfektionen“ nicht erreicht sei, sei es für eine Entwarnung zu früh.

Nach Angaben der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) geht die Zahl der Neuinfek­tionen mit dem Ebola-Virus in den drei am meisten betroffenen westafrikanischen Ländern Liberia, Sierra Leone und Guinea deutlich zurück. Wegen der verbesserten Lage haben in Guinea heute die Schulen und Universitäten mit fast viermonatiger Verspätung wieder geöffnet. In Liberia, wo die Schulen seit Ende Juli geschlossen sind, ist der Start für den 2. Februar vorgesehen.

Ebola-Epidemie in Mai für beendet erklärt
Im westafrikanischen Mali ist die Ebola-Epidemie offiziell für beendet erklärt worden. Dies sei möglich, weil nun 42 Tage lang keine neuen Fälle der Erkrankung gemeldet worden seien, erklärte der malische Ge­sund­heits­mi­nis­ter Ousmane Koné am Sonntag in Bamako. Der Zeitraum von 42 Tagen entspricht zwei Inkubationsperioden. Der für die Bekämpfung von Ebola in Mali zuständige UN-Vertreter Ibrahim Soce Fall bestätigte das Ende der Epidemie. In Mali waren sieben Menschen an Ebola gestorben.

Anzeige

Unterdessen kündigte die Europäische Union (EU) an, mehr Geld in die Ebola-Forschung zu investieren. Die Projekte gehören zum neuen Ebola+-Programm der Initiative für innovative Arzneimittel (IMI). Die Europäische Kommission und verschiedene Pharmaunternehmen finanzieren sie gemeinsam. Dabei geht es um 215 Millionen Euro für die acht neue Projekte. EU Forschungskommissar Carlos Moedas wies darauf hin, dass es bisher keine zugelassenen Impfstoffe oder Medikamente gegen Ebola gebe und die EU die Forschung zu Ebola dringend ausbauen müsse.

Am Ebola-Virus sind nach jüngsten WHO-Angaben insgesamt mehr als 8.400 Menschen gestorben, knapp 21.300 Menschen infizierten sich. © hil/afp/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Dienstag, 10. Februar 2015, 21:03

Es sind "Spontanheilungen"!

Von "natürlichen" Heilungen bei Ebola zu sprechen, ist eher unnatürlich. Und es ist ein Beispiel von unnötigem infektiologischen Europa-Zentrismus, den Schwarzafrikanern jegliche immunologische Labor-Kompetenz abzusprechen. Dass die Ebola-Epidemie irgendetwas mit Interferon oder Antikörpertitern zu tun haben könnte, ist jedem Bio-Leistungskurs geläufig. Ebola Experten können vor Ort viel effektiver agieren als Ebola Überlebende nach Europa zu exportieren.

Mf+KG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
Avatar #690938
Bernett
am Dienstag, 10. Februar 2015, 19:27

Natürliche erfolgreiche Immunreaktionen sollten besser erforscht werden!

Da es natürliche Heilungen von Ebola gibt, sollten die Betroffenen auf ihre Abwehrmechanismen und Lebensgewohnheiten untersucht werden! Wahrscheinlich spielt die Fähigkeit, Interferon in ausreichender Menge zu produzieren und der erzielte Antikörpertiter eine wichtige Rolle. Freiwillige Probanden zur klinischen Untersuchung nach Europa zu holen müsste bei entsprechender Bezahlung möglich sein.
LNS

Nachrichten zum Thema

16. Oktober 2020
Silver Spring/Maryland – Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat einen Antikörpercocktail der Firma Regeneron zur Behandlung von Ebola-Erkrankungen zugelassen. Der Hersteller hofft auf eine Signalwirkung
Signalwirkung für SARS-CoV-2? FDA lässt Antikörpercocktail für Ebola zu
7. September 2020
Frankfurt – Das Zaire Ebolavirus wird vermutlich durch verschiedene Flughund- und Fledermausarten übertragen. Der Lebensraum dieser Tiere ist in Afrika größer als gedacht. Das berichten
Lebensraum von Ebola-übertragenden Tieren größer als gedacht
2. Juni 2020
Kinshasa – Die Demokratische Republik Kongo hat einen Ebolaausbruch im Nordwesten des Landes vermeldet – nur wenige Wochen bevor es hoffte, das offizielle Ende der Epidemie im ganzen Land ausrufen zu
Neuer Ausbruch von Ebola im Kongo
15. April 2020
Goma − Im Kongo ist ein weiterer Ebolafall aufgetreten. Das siebenjährige Mädchen aus der Stadt Beni ist innerhalb kurzer Zeit der dritte infizierte Mensch, der von den Behörden des
Ebola im Ostkongo weiterhin aktiv
3. März 2020
Johannesburg – Bei der Ebola-Epidemie im Kongo ist nach Auskunft der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) die letzte Patientin entlassen worden. Sie war im ostkongolesischen Beni behandelt worden. „Die
WHO meldet Entlassung von letzter Ebola-Patientin im Kongo
28. Februar 2020
Genf – Im Kampf gegen die Ebola-Epidemie im Kongo gibt es nach Angaben der Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) weitere Fortschritte. Wie die WHO gestern Abend mitteilte, wurden zwischen dem 18. und dem
Sieben Tagen lang kein neuer Fall von Ebola im Kongo
13. Februar 2020
Genf – Trotz Erfolgen im Kampf gegen das lebensgefährliche Ebola-Virus im Kongo schätzt die Welt­gesund­heits­organi­sation (WHO) die Lage weiter als ernst ein. Sie beschloss gestern Abend, die im Juli
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER