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Ärzteschaft

„Wir brauchen einen großen Verband auf Facharztseite“

Montag, 19. Januar 2015

Berlin - Der Spitzenverband der Fachärzte Deutschlands (Spifa) hat am Wochenende mit Hilfe von Satzungsänderungen seine Modernisierung eingeleitet und die Öffnung für andere Verbände erleichtert. „Wir haben den Anspruch, dass sich unter dem Dach des Spifa alle fachärztlichen Berufsverbände repräsentiert sehen“, kommentierte Spifa-Ehrenpräsident Andreas Köhler die Neuerungen. Dies strebt der Verband durch die geplante Fusion mit der Gemeinschaft fachärztlicher Berufsverbände (GFB) an.

Der Spifa wolle zukünftig „nicht nur auf der Diskussionsebene unterwegs sein, sondern auch die Interessenvertretung der ambulant und stationär tätigen Fachärzte über­nehmen“, sagte Köhler. Aus seiner Sicht ist ein Pendant zum Deutschen Hausärzte­verband (HÄV) notwendig.

„Man muss neidlos anerkennen, dass der Professionalisierungsprozess des HÄV – auch mit seinen Wirtschaftsverbänden – hervorragend gelungen ist“, so der Spifa-Ehren­präsident. „Wir brauchen einen mindestens genau so großen Verband auf der Facharztseite.“ Man wolle mit einer großen Organisation auch „raus aus dieser Heterogenität der Facharztverbände“.

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Diskutieren, was fachärztliche Grundversorger und Spezialisten verbindet
Wichtig sei für dieses Ziel, Antworten auf Fragen nach gemeinsamen Werten und Strategien zu finden, beispielsweise was eigentlich der fachärztliche Versorgungsauftrag sei, wie man sich die Struktur der fachärztlichen Versorgung in Zukunft vorstelle, was fachärztliche Grundversorger und hochspezialisierte Fachärzte verbinde. „Dieser Diskussionsprozess hat noch nicht stattgefunden“, sagte der ehemalige Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

Der Spifa hat nun per Satzungsänderung vier Ausschüsse gegründet, darunter einen, dessen Mitglieder sich um die Schnittstelle zum hausärztlichen Versorgungsbereich kümmern sollen. Ein weiterer Ausschuss soll sich dem Thema Europa widmen und unter anderem Kontakt halten zu den deutschen Delegierten in der „Union Européenne des Médicins Spécialistes“.

„Die Arbeitsstrukturen werden mit der Einführung von Arbeitsgemeinschaften weiter differenziert, in denen die Mitgliedsverbände gemeinsam, aber auch mit hinzugezogenen sonstigen Verbänden und Organisationen, die nicht Mitglied sind, bestimmte Frage­stellungen bearbeiten können“, heißt es in einer Erklärung. Der Spifa hat am vergangenen Wochenende außerdem seine Vorgaben für Wahlen und Abstimmungen überarbeitet, um die Interessen kleinerer und größerer Verbände fairer auszugleichen

Spifa und GFB verhandeln seit einiger Zeit über eine Fusion. Der GFB wolle seine Beschlüsse aber erst Ende Januar fassen, berichtete Köhler. Mitte Dezember hatte es noch geheißen, der Zusammenschluss werde Anfang 2015 umgesetzt. In der GFB sind derzeit 26 fachärztliche Verbände mit fast 160.000 Mitgliedern organisiert, darunter der Berufsverband Deutscher Internisten, der Berufsverband der Deutschen Chirurgen und der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte.

Der Spifa vertritt zurzeit 18 Berufsverbände mit knapp 75.000 Mitgliedern, darunter den Berufsverband der Frauenärzte, den Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte und den Berufsverband der Deutschen Dermatologen. © Rie/aerzteblatt.de

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