NewsPolitikHäusliche Pflege: Starke regionale Unterschiede in der Versorgung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Häusliche Pflege: Starke regionale Unterschiede in der Versorgung

Dienstag, 20. Januar 2015

Berlin - Die Versorgungssituation in der häuslischen Pflege variiert bundesweit stark. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie der Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP), die am Dienstag in Berlin veröffentlicht wurde. Demnach besteht in Norddeutschland bei jedem zweiten Pflegebedürftigen zusätzlicher Hilfe- und Pflegebedarf, etwa durch Besuchsdienste. Im Bundesdurchschnitt gilt dies für jeden Dritten.

Vor allem alleinlebende Pflegebedürftige sind davon betroffen: Laut Studie hat in Mecklenburg-Vorpommern oder Schleswig-Holstein mehr als jeder zweite von ihnen zusätzlichen Hilfe- und Pflegebedarf. „Da sich im letzten Jahrzehnt die Zahl der alleinlebenden Pflegebedürftigen verdoppelt hat, wird die Frage nach einer ange­messenen Unterstützung dieser stark wachsenden Gruppe immer wichtiger“, sagte ZQP-Vorstand Ralf Suhr.

Anzeige

Während in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz allein­lebende Pflegebedürftige zumindest hin und wieder Besuch von Nachbarn, Freunden oder Angehörigen bekommen, bleiben in Berlin fast 30 Prozent der zu Pflegenden allein zu Hause. „Der einzige soziale Kontakt besteht hier in den täglichen Routinebesuchen des ambulanten Dienstes“, so Suhr. Besonders ausgeprägt ist die Einsamkeit allein­lebender pflegebedürftiger Menschen auch in Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Hier erhält etwa jeder Fünfte beziehungsweise jeder Siebte ausschließlich Besuch vom Pflegedienst.

Erhoben wurden die Daten als Survey zur Ermittlung der Punktprävalenz mittels Fragebogen. Der Survey  umfasste einen „Erhebungsbogen“ zu gesundheits­relevanten Problemen, den eine Fachkraft ausfüllte, einen „Kunden‐/Angehörigenbogen“, der vom Betroffenen selbst und dessen pflegenden Angehörigen/Bekannten beantwortet wurde. Die Auswertung der Daten erfolgte im Zeitraum von November 2012 bis Dezember 2014 durch das Institut für Medizin‐, Pflegepädagogik und Pflegewissenschaft an der Charité Universitätsmedizin Berlin.

Bei den in der Studie befragten Pflege­bedürftigen ist der überwiegende Teil mit der ambulanten Versorgung zufrieden. 63 Prozent der Befragten empfinden die Arbeitsweise als sehr angenehm.

Immerhin 60 Prozent der Pflegebe­dürftigen geben an, mehr vom Leben zu haben, seit sie ambulant betreut werden. Fast die Hälfte ist zudem der Meinung, dass der Pflegedienst unterstützend in der Aufrechterhaltung von Kontakten zu Freunden und Bekannten wirkt.

Die Studie basiert auf einer Zufallsstichprobe ambulanter Pflegedienste in Deutschland. Insgesamt haben bundesweit 100 Pflegedienste sowie 880 Pflegebedürftige teilgenommen. © kna/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

10. Januar 2019
Erfurt – Private Pflegedienste in Thüringen sehen die Bekämpfung des Fachkräftemangels als wichtigstes Thema in ihrer Branche für 2019. „Wir haben eine immens gestiegene Nachfrage nach professioneller
Private Pflegedienste hoffen auf ein Einwanderungsgesetz
28. Dezember 2018
Schwerin – Ambulante Pflegedienste in Mecklenburg-Vorpommern bekommen vom neuen Jahr an mehr Geld. Die Leistungsvergütungen der Pflegeversicherung steigen um 3,15 Prozent. Darauf haben sich die
Mehr Geld für Pflegedienste in Mecklenburg-Vorpommern
9. November 2018
Berlin – Pflegebedürftige und ihre Angehörigen sollen es künftig leichter haben, ein gutes Pflegeheim oder einen guten ambulanten Pflegedienst zu finden. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU)
Neuer Pflege-TÜV soll im Herbst 2019 kommen
29. September 2018
Berlin – Mitarbeiter ambulanter Pflegedienste sollen künftig nach Tarif bezahlt werden. „Lohndumping in der ambulanten häuslichen Krankenpflege hat endlich ein Ende", erklärte
Ambulante Pflegedienste sollen künftig nach Tarif bezahlen
18. September 2018
Düsseldorf – Pflegefachkräfte bei ambulanten Diensten verdienen im Schnitt 36 Prozent weniger als ihre Kollegen in Kliniken oder Heimen. Das geht laut einem Bericht der Rheinischen Post vom Dienstag
Bericht: Ambulante Pflegekräfte deutlich schlechter bezahlt
10. September 2018
Berlin – Politiker, Patientenschützer und Krankenkassen fordern, das Geschäft mit Intensivpatienten, die dauerhaft außerhalb von Krankenhäusern gepflegt werden, stärker zu kontrollieren. „Das ist ein
Mehr Kontrolle bei Intensivpflege gefordert
14. August 2018
Berlin– Patientenschützer fordern angesichts eines zunehmend angespannten Marktes klarere Regeln für Pflegedienstverträge. „Für pflegebedürftige Menschen wird es immer schwieriger, einen ambulanten
LNS
NEWSLETTER