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Medizin

Organspende durch Neugeborenes in England

Mittwoch, 21. Januar 2015

London – Britische Neonatologen haben Nieren und Leber eines Neugeborenen, das bei der Geburt einen irreversiblen Hirnschaden aufwies und Tage später starb, für Organtransplantationen verwendet. Die Organe wurden laut dem Leserbrief in den Archives of Disease in Childhood (2015; doi:10.1136/archdischild-2014-307022) an zwei Patienten transplantiert.

Die Gynäkologen am Hammersmith Hospital in London hatten sich zu einer Notfall-Sektio entschieden, weil das Kind intrauterin kaum noch Bewegungen zeigte und die Kardiotokographie pathologisch war. Die Mutter wurde von einem 3,1 kg schweren Mädchen entbunden, das nach vergeblichen Wiederbelebungsversuchen für hirntot erklärt wurde.

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Nach Angaben der Neonatologen Gaurav Atreja zeigte das Kind keine spontanen Bewegungen, es reagierte nicht auf äußere Reize und die Pupillen waren dilatiert und starr. Nach einer Beratung durch Ärzte, Krankenschwestern und einen Psychologen hätten sich die Eltern zu einer Organentnahme bereit erklärt, berichtet Atreja. Die Entnahme erfolgte am sechsten Tag nach der Geburt, als das Kind offiziell für tot erklärt worden war.

Die Nieren und Leberzellen wurden laut Atreja an zwei Empfänger verteilt. Die Organ­transplantationen sollen erfolgreich gewesen sein. Neugeborene, die aufgrund einer schweren Hirnschädigung in den ersten Lebenstagen sterben, sind nach Ansicht von Atreja ein „signifikantes Potenzial“ für Organspenden. Das Royal College of Paediatrics and Child Health will dem Vernehmen nach in Kürze in eine Leitlinie Standards für die Organspende von Neugeborenen veröffentlichen. © rme/aerzteblatt.de

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