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Medizin

Körpereigenes Protein unterstützt Heilung des Herzmuskels nach Infarkt

Mittwoch, 21. Januar 2015

Herzmuskelzellen /dpa

Hannover – Knochenmarkzellen von Herzinfarktpatienten produzieren ein Protein, das die Heilung des Herzmuskels stimuliert und vor bleibender Herzinsuffizienz schützten kann. Das berichten Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). „Wir konnten im Mausmodell zeigen, dass eine Therapie mit dem Protein Herzfunktion und Überleben verbessert“, erläutert Christoph Wollert, Leiter des Bereichs Molekulare und Translationale Kardiologie in der MHH-Klinik für Kardiologie und Angiologie. Seine Arbeitsgruppe hat ihre Studie in Nature Medicine publiziert (doi:10.1038/nm.3778).

Eine neue, aufwendige Behandlungsmethode nach Infarkt ist laut den Forschern die Knochenmarkzelltherapie. „Die Funktion der Knochenmarkzellen ist bei manchen Patienten allerdings stark eingeschränkt, und diese Patienten profitieren nicht von der Zelltherapie“, so Wollert. Die Wissenschaftler wollten ein zuverlässigeres Verfahren entwickeln und hätten daher nach Wachstumsfaktoren gesucht, die von den Knochenmarkzellen freigesetzt werden.

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Dabei stießen sie auf das Protein „Myeloid-Derived Growth Factor“ (MYDGF), das von Knochenmarkzellen nach Herzinfarkt in den abgestorbenen Herzmuskel transportiert wird. Die Funktion von MYDGF war bislang laut der Arbeitsgruppe unbekannt. Im Maus­modell konnten die Wissenschaftler nun zeigen, dass die Herzinfarktheilung ohne dieses Protein gestört ist. Bei Mäusen, die sieben Tage mit dem Protein behandelt wurden, heilte der Infarkt hingegen besser aus. Auch bei Patienten war die Konzentration des Proteins nach Herzinfarkt erhöht.

„Die Untersuchungen verweisen auf einen ganz neuen Therapieansatz zur Förderung der Wundheilung nach Herzinfarkt“, kommentiert Johann Bauersachs, Direktor der MHH-Klinik für Kardiologie und Angiologie, die Ergebnisse. © hil/aerzteblatt.de

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