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Künstliche Gelenke: Qualitätssicherung per App

Mittwoch, 21. Januar 2015

Hannover – Einen sektorenübergreifenden Behandlungspfad für Patienten, die ein neues Hüft- oder Kniegelenk erhalten, haben die Ärztekammer Niedersachsen und das Diakoniekrankenhaus Annastift vorgestellt. Das Annastift ist die Orthopädische Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH).

Das Pilotprojekt soll bei Knie- und Hüftpatienten die Überleitung von dem Sektor „Kranken­haus“ in den nächsten Sektor „Rehabilitationsklinik“ dauerhaft verknüpfen und so die Versorgung verbessern. Dazu dient eine neue Smartphone- beziehungsweise Tablet-Computer-Applikation namens „TEP-App“. Patienten, die im Annastift ein neues Hüft- oder Kniegelenk erhalten, können sich diese App als Wegbegleiter für ihre Behandlung herunterladen. Darin ist ein sektorenübergreifender Behandlungspfad implementiert, der Patienten von der Erstuntersuchung bis zur Entlassung aus der Rehabilitationsklinik begleitet.

Entwickelt hat die „TEP-App“ das Diakoniekrankenhaus Annastift, das Zentrum für Qualität und Management im Gesundheitswesen (ZQ) – Einrichtung der Ärztekammer Hannover, und das Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik der MHH. Sechs niedersächsische Rehakliniken beteiligen sich, um den TEP-Patienten Schritt für Schritt durch den Gesundungsprozess zu lotsen.

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Die App führt den Patienten nachvollziehbar durch alle Schritte des akut stationären Verlaufes und der Rehabilitationsklinik. Der Behandlungsplan liegt ständig verfügbar in der Hand des Patienten. Zusätzlich zur Erklärung der einzelnen Meilensteine bietet das Programm ein interaktives Patiententagebuch sowie Checklisten, Tipps und Videos zu physiotherapeutischen Übungen. „Die App stellt den Patienten individualisierte und zeitgemäße Informationen zur Verfügung, die stetig aktualisiert werden können. Das stärkt auch die Eigeninitiative“, erläutert Brigitte Sens, Leiterin des ZQ.

„Die Endoprothetik gehört zu den erfolgreichsten Therapieverfahren überhaupt. Implantate und Methoden sind heute so weit entwickelt, dass Innovationen immer weniger im Implantatdesign oder -material stattfinden“, sagt Henning Windhagen, Direktor der Orthopädischen Klinik der MHH im Annastift und Ärztlicher Leiter des Departments Endoprothetik und Rekonstruktive Gelenkchirurgie Hüfte/Knie. Mögliche Sicherheits­lücken entstünden vor allem durch mangelnde Informationsübertragung und Zusammenarbeit im Gesundheitssystem. Dem solle die neue Initiative jetzt abhelfen. © hil/aerzteblatt.de

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