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Medizin

Suche nach neuen Anästhetika erfolgreich

Donnerstag, 22. Januar 2015

Philadelphia – Die erste systematische Suche nach neuen Anästhetika hat nach dem Screening von mehr als 350.000 Substanzen zur Entdeckung von vier potenziellen neuen Narkosemitteln geführt, von denen sich zwei laut dem Bericht in Anesthesiology (2015; 122: 325-333) bei Mäusen als effektiv und sicher erwiesen haben.

Die meisten Anästhetika wurden per Zufall gefunden oder durch die chemische Verän­derung bereits bestehender Mittel entwickelt. Ein systematisches Screening, wie es bei der Suche nach anderen Wirkstoffklassen, etwa Antibiotika, üblich ist, scheiterte lange daran, dass die Wirkung der Anästhetika auf das Gehirn nur ansatzweise verstanden wurde und die Interaktion mit den Nervenzellen komplex war.

In den letzten Jahren wurde jedoch ein einfacher Assay entwickelt. Er untersucht, wie stark die Mittel das Molekül 1-Aminoanthracen von Apoferritin verdrängen. Apoferritin dient dabei als vereinfachtes Modell für die Bindungsstellen von Anästhetika an den Nervenzellen. 1-Aminoanthracen ist hier ein Ligand, der in einem Assay von potenziellen Anästhetika verdrängt werden kann.

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Der Assay ist relativ einfach und deshalb für ein Massenscreening von Molekülen geeignet. Ein Team um Roderic Eckenhoff von der Perelman School of Medicine in Philadelphia hat in den vergangenen Jahren mehr als 350.000 Moleküle im Labor getestet. Dabei wurden 2.600 Substanzen mit möglicher anästhetischer Wirkung gefunden, die im zweiten Schritt an Kaulquappen getestet wurden. Insgesamt vier Moleküle erwiesen sich als wirksam und gut verträglich.

Der nächste Schritt waren Versuche an Mäusen, die die Zahl der möglichen neuen Anästhetika auf zwei senkte. Diese beiden Kandidaten unterscheiden sich nach Auskunft der Autoren chemisch komplett von den derzeit verfügbaren Anästhetika. Ob sie zum klinischen Einsatz geeignet sind, müssen weitere Studien zeigen. Zunächst sind weitere tierexperimentelle Studien vorgesehen.

© rme/aerzteblatt.de

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