NewsPolitikNiedersachsen will natürliche Geburt fördern
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Niedersachsen will natürliche Geburt fördern

Donnerstag, 22. Januar 2015

Hannover – Die natürliche Geburt fördern und die Zahl von Kaiserschnitten senken möchte die niedersächsische Landesregierung. „Studien liefern Hinweise darauf, dass bei fehlender oder unzureichend gestellter medizinischer Indikation nach einem Kaiserschnitt häufiger gesundheitliche Probleme bei Mutter und Kind auftreten als nach einer natürlichen Geburt“, sagte die Niedersächsische Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD).

Jedes dritte Kind in Deutschland komme per Schnittentbindung auf die Welt, damit sei die Kaiserschnittrate doppelt so hoch wie vor 20 Jahren. In Niedersachsen betrage die Rate zwischen 22 und 43 Prozent und liege damit im Mittel etwas über dem Bundes­durchschnitt. Die Welt­gesund­heits­organi­sation halte dagegen 15 Prozent für plausibel und medizinisch angezeigt.

Die Ministerin betonte, dass in einer geburtshilflichen Notsituation der Kaiserschnitt das Leben von Mutter und Kind retten kann. „Ich bin allerdings überzeugt, dass eine Opera­tion – und nichts anderes ist ein Kaiserschnitt – tatsächlich nur in medizinischen Notfällen erfolgen sollte. Der Dienstplan eines Krankenhauses, rückläufige Geburtenzahlen oder ähnliches dürfen nicht ausschlaggebend für die Durchführung eines solchen Eingriffs sein“, so die Ministerin.

Anzeige

Rundt wies auf zwei Handlungsstränge hin, mit denen das Land versuche, die Kaiserschnittrate zu senken: Zum einen sammle eine Arbeitsgruppe sogenannte Best-Practice-Beispiele aus Kliniken, in denen die Kaiserschnittrate niedrig ist, und stelle die entsprechenden Konzepte den übrigen Kliniken zur Verfügung.

Zweiter Handlungsstrang ist die verstärkte Sensibilisierung und Öffentlichkeitsarbeit in diesem Bereich: Zusammen mit einer Arbeitsgruppe aus Praxis, Wissenschaft und Verbänden habe das Sozialministerium eine niedersächsische Handreichung mit Informationen zur natürlichen Geburt erarbeitet.

„Manche Themen sind auch auf Bundesebene zu bewegen“, betonte die Ministerin. Die Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und -minister der Länder habe dafür auf Antrag Niedersachsens, Nordrhein-Westfalens und Bremens einstimmig einen Beschluss gefasst hat, der auch die Bundesebene zum Handeln auffordere. Insbe­sondere gehe es dabei darum, Fehlanreize zulasten einer natürlichen Geburt zu verhindern und natürliche Geburten angemessen zu vergüten. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

26. September 2019
Oxford – Eine vaginale Entbindung ist nach einem oder mehreren früheren Kaiserschnitten mit einem leicht erhöhten Komplikationsrisiko für Mutter und Kind verbunden. Dies ist das Ergebnis einer
Studie: Vaginale Entbindung nach einem früheren Kaiserschnitt führt etwas häufiger zu Komplikationen
4. September 2019
Berlin – Nach Kaiserschnittgeburten kommt es einer Untersuchung der Techniker Krankenkasse (TK) zufolge statistisch gesehen häufiger zu Gesundheitsproblemen bei Kindern. Ob der Grund dafür die Art der
Kaiserschnitte führen zu höheren Gesundheitsrisiken bei Babys
22. August 2019
Hannover – Die Zahl der Babys, die 2018 bundesweit per Kaiserschnitt geboren wurden, hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändern. Das geht aus den Versichertendaten der KKH Kaufmännische
Kaiserschnittrate stagniert bundesweit
24. April 2019
Wiesbaden – In Hessen kommt weiterhin rund jedes dritte Kind per Kaiserschnitt zur Welt. Bei den 56.706 Geburten im Jahr 2017 haben 18.845 Frauen (33 Prozent) per Kaiserschnitt entbunden, teilte das
Kaiserschnittrate in Hessen konstant
2. April 2019
Paris – Nach einem Kaiserschnitt kommt es häufiger zu akuten Komplikationen als nach einer vaginalen Entbindung, wobei das Risiko mit dem Alter der Frau ansteigt. Dies ist das Ergebnis einer
Kaiserschnitt führt bei älteren Frauen häufiger zu akuten Komplikationen
18. März 2019
Kapstadt/London – In Afrika ist das Risiko für Frauen, nach einem Kaiserschnitt zu sterben, etwa 50-mal so hoch wie in Industriestaaten. Das berichtet The Lancet Global Health (April) unter Berufung
Kaiserschnitt in Afrika „erhebliches Risiko“
19. Dezember 2018
Baltimore – Frauen, die per Kaiserschnitt entbunden wurden, leiden in den Folgejahren seltener unter Störungen des Beckenbodens, die von Stressinkontinenz bis zum Uterusprolaps reichen. Zu diesem
VG WortLNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER